GLYKÄMISCHER INDEX


Der Glykämische Index, “GLYX“-Diät

 

Autor: Dr. Kurt A. Moosburger - Quelle: http://www.dr-moosburger.at/

Auf Grund einer maschinellen Konvertierung kann diese Darstellung (noch) vom Original abweichen

moo 04/04

Was ist dran an der “GLYX“-Diät?
Der “glykämische Index“ (GI) ist heute in aller Munde und findige Leute, die der
Ernährungslehre des Herrn Montignac (übrigens weder Ernährungswissenschaftler noch
Ernährungsmediziner, sollte das nicht bekannt sein) einen neuen Namen geben wollten, haben
daraus den attraktiv klingenden Begriff der “Glyx“-Diät geprägt. Wenn man heute
populärwissenschaftliche Zeitschriften liest, bekommt man den Eindruck, etwas falsch zu
machen, ja sogar seiner Gesundheit zu schaden, wenn man seine Ernährung nicht nach dem
GI richtet. Neben dem immer noch beworbenen Buch Montignacs treten bei uns in Österreich
vermeintliche (in Wirklichkeit sind es selbsternannte) Ernährungsexperten wie die “Professoren“
Hademar Bankhofer und Wolfgang Peer als Fürsprecher der “richtigen“ und Verdammer der
“falschen“ Kohlenhydrate medial in Erscheinung. Auch ein Mediziner, der Grazer Radiologe
Wolfgang Kopp ist auf diesen Zug aufgesprungen und will ebenso wie der bekannte deutsche
Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm (Stichwort “LOGI“ = low GI) glauben machen, dass
die Ursache der Entstehung von Übergewicht durch die Zufuhr von “falschen“ Kohlenhydraten,
sprich Zucker und Nahrungsmitteln mit hohem GI (wie Kartoffeln, Reis usw.) und überhaupt
durch die Zufuhr “zu vieler“ Kohlenhydraten bedingt ist, weil der postprandiale Anstieg des
Insulinspiegels im Blut als Antwort auf den Blutzuckeranstieg zur Speicherung von Körperfett
führen soll (postprandial = nach einer Mahlzeit).
Aber hält die “Glyx“-Diät das, was sie verspricht bzw. ihre Fürsprecher behaupten? Nämlich
durch die Zufuhr von Kohlenhydraten mit niedrigem GI erstens weniger Hungergefühl zu haben
und zweitens die Entstehung von Übergewicht vermeiden zu können?
Um es vorweg zu nehmen - nein.
Was ist eigentlich der glykämische Index?
Er ist ein Maß für die Blutzuckerreaktion, sprich den Anstieg der Blutglukose
(“Blutzuckerspiegel“) nach dem Verzehr eines kohlenhydrathältigen Nahrungsmittels.
Je höher dieser Index, um so steiler ist der Anstieg des postprandialen Blutzuckerspiegels. In
der Regel wird Glukose (=Traubenzucker) der Referenzwert 100 zugeordnet. Manche Indizes
beziehen sich auf Weißbrot als Referenzwert, was die mitunter etwas unterschiedlichen GI-
Angaben für das gleiche Nahrungsmittel erklärt.
Für das Ausmaß der Insulinausschüttung relevanter als der GI eines Nahrungsmittels ist
dessen “glykämische Last“ (glycemic load, GL). Dieser Parameter ist definiert als das Produkt
aus dem GI und der Menge an Kohlenhydraten in Gramm geteilt durch 100.
Außerdem stimulieren nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Proteine und sogar (wenngleich
nur geringfügig) Fette eine Insulinausschüttung – zwar nicht so stark wie Kohlenhydrate, aber
doch signifikant (vor allem Proteine), erst recht bei größerer Nahrungsmenge.
Bei komplexen Lebensmitteln entscheidet die Nährstoffzusammensetzung im weiteren
bzw. die Magenentleerungsgeschwindigkeit im engeren Sinne über den GI. Nimmt man
Kohlenhydrate zusammen mit Ballaststoffen (z.B. Vollkornprodukte), Eiweiß (z.B. gezuckerte
Milch) oder Fett (z.B. Schokolade) auf, dann fällt die Blutzuckerantwort langsamer aus, als
wenn man isolierte Kohlenhydrate zu sich nimmt, weil sich der Magen langsamer entleert.
Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es Ansätze in der Ernährungsberatung, die den GI für den
Körperfettanteil verantwortlich machen. Das wird durch die postprandiale Insulinausschüttung
begründet, die wiederum die Lipolyse (= Spaltung von Fetten) hemmt (und damit indirekt die
Fettspeicherung fördert). Physiologisch gesehen ist das aber Unsinn, weil hier die
Energiebilanz außer Acht gelassen wird. Demnach müsste Schokolade, die durch ihren
hohen Fettgehalt einen relativ niedrigen GI, aber dafür einen hohen Energiegehalt von über
500kcal pro 100 Gramm aufweist, zum Abnehmen günstiger sein als Weißbrot. Ich hoffe, dass
jedem einleuchten wird, wie unrealistisch das ist. Der hohe GI von Weißbrot sinkt, sobald es mit
einer Scheibe Schinken belegt wird. Beim stoffwechselgesunden Menschen steigt der
1


Bitte bewerte uns:

Blutzuckerspiegel nach einer kohlenhydrathältigen Mahlzeit - und sei sie noch so reichhaltig -
unabhängig vom GI und auch unabhängig von der GL nie über ein bestimmtes Maß an.
Außerdem ist die Insulinantwort im Anschluss an eine kohlenhydratreiche Mahlzeit nicht nur
völlig normal, sondern auch notwendig (um Glukose und Aminosäuren in die Körperzellen zu
schleusen) und hat mit einem langfristigen Auf- und Abbau von Körperfett nichts zu tun.
Letztere Vorgänge sind einzig und allein eine Frage der Energiebilanz. Diese - und nicht
das Insulin - ist das Kriterium, das über das “Schicksal“ unseres Körperfettanteils
entscheidet. Die Energiebilanz stellt sozusagen das Fließgleichgewicht zwischen dem Auf- und
Abbau von Neutralfetten im Fettgewebe ein (Lipogenese
Lipolyse).
Insulin ist das anabole Hormon der Bauchspeicheldrüse. Es hemmt die Lipolyse (neben seinen
weiteren Wirkungen wie die Förderung der Aufnahme von Glukose in die Körperzellen, die
Förderung der Glykogensynthese in Muskulatur und Leber sowie die Förderung der Aufnahme
von Aminosäuren in die Zellen). Die Lipolyse (Spaltung der Triglyceride = Neutralfette in
Glycerin und freie Fettsäuren) wird aber auch bei einem vorübergehenden postprandialen
Anstieg des Insulinspiegels nie vollständig unterdrückt.
Außerdem heißt eine vorübergehende Hemmung der Lipolyse nicht, dass damit
überhaupt keine Betaoxidation (“Fettverbrennung“) in den Mitochondrien der Zellen
mehr stattfindet. Dieser Denkfehler wird aber immer wieder begangen.
Die Behauptung der Glyx- und LOGI-Anhänger, die Zufuhr von Kohlenhydraten mit hohem GI
würden zwangsläufig eine "überschießende" Insulinausschüttung bewirken, die zu einem Abfall
des Blutzuckerspiegels unter das Ausgangsniveau bzw. sogar zu einer Hypoglykämie und
damit zu Heißhunger führen würde, ist nicht haltbar und entbehrt jeglicher physiologischen
Grundlage. Abgesehen von der Unlogik einer "Unterzuckerung" durch die Zufuhr von
Kohlenhydraten und der Tatsache, dass der Blutzuckerspiegel selbst im Nüchternzustand nie
unter ein gewisses Niveau abfällt (weil der Leberstoffwechsel durch Glykogenabbau und
Glukose-Neubildung dafür sorgt, dass immer genügend Glukose für das Blut zur Versorgung
primär des Gehirns, aber auch aller anderen Organe bereitgestellt wird), ist der
Blutglukosespiegel nicht der entscheidende Gradmesser für ein Hungergefühl. Als sog.
glukostatisches Signal spielt vielmehr die zelluläre Verfügbarkeit an Glukose, vor allem im
Hypothalamus und in der Leber, die Hauptrolle. Das Hungergefühl wird so wie das
Sättigungsgefühl vom Hypothalamus gesteuert. Neben den glukostatischen Signalen gibt es
noch weitere metabolische Signale für die Steuerung der Nahrungsaufnahme, nämlich
lipostatische, aminostatische, ischymetrische (ATP-Bildungsrate in den Körperzellen, v.a. in der
Leber) sowie thermostatische (Abweichungen der Körperkerntemperatur) Signale. Neben
diesen metabolischen Signalen gibt es weitere afferente Signale ans ZNS, v.a. den
Hypothalamus, für die Steuerung des Hunger-Sättigungs-Mechanismus, und zwar
Informationen aus dem Magen-Darm-Trakt (Dehnungsrezeptoren, gastrointestinale Hormone
wie z.B. Cholecystokinin sowie vagale Afferenzen) sowie sensorische Informationen (Geruch,
Geschmack),
die allesamt von Neurotransmittern integriert werden.
Das Nahrungsaufnahmeverhalten ist sehr komplex und die Kenntnisse darüber noch nicht
vollständig erforscht. Aber eines kann man vereinfacht sagen:
"Hunger" (und ebenso die Sättigung) geht im wahrsten Sinn des Wortes vom Kopf aus!
siehe auch die unten angeführte Literatur:
“Der Glykämische Index - über Sinn und Unsinn“
“The Satiety Index“
“Influence of Glycemic Index/Load on Glycemic Response, Appetite, and Food Intake in Healthy Humans“
Ein weiterer Irrtum der “Glyx-Jünger“ zeigt deren mangelhaftes Fachwissen über die Biochemie
des Intermediärstoffwechsels auf, wenn behauptet wird, dass die “falschen“ Kohlenhydrate
durch die Insulinausschüttung direkt in Fette umgewandelt und sogleich als Körperfett
gespeichert werden. Die Umwandlung von Glukose in Trigyceride ist biochemisch zwar
möglich, aber gar nicht so einfach
[Für biochemisch Interessierte: Das hängt damit zusammen,
dass die Aktivität der für die Fettsäuresynthese aus Acetyl-CoA notwendigen Enzyme (u.a. Acetyl-CoA-
Carboxylase, ATP-Citratlyase und Fettsäuresynthetase) beim Menschen gering ist. Außerdem ist die
Energieumwandlung von Kohlenhydraten zu Fett ein ineffektiver Vorgang, der mit einem erheblichen
Energieverlust (fast 25%) einhergeht]
und geschieht erst bei einer übermäßigen

Kohlenhydratzufuhr. Bevor im Fettgewebe "neues" Fett aus Glukose gebildet wird,
kommt es noch zu einer Steigerung der Thermogenese. Das ist vielfach nicht bekannt.
Somit ist eine “Kohlenhydrat-Phobie“ irrational und von vornherein ungegründet. Solange man
sich nicht mit Kohlenhydraten “mästet“ und damit eine positive Energiebilanz erzeugt, wird man
nicht dick davon. Dick wird man nur, wenn man mehr Kalorien zuführt als man verbraucht –
unabhängig von der Zusammensetzung der Nahrung.
Wer gesund und nicht übergewichtig ist und somit keine Hyperinsulinämie bzw.
Insulinresistenz aufweist, kann also den GI ruhigen Gewissens ignorieren.
Als Sportler sollte man ihn im Auge behalten, wenn man vor einem Wettkampf oder Training
noch etwas isst. Da wäre es weniger empfehlenswert, eine Mahlzeit mit niedrigem GI und damit
verbundenem hohen Fett- oder Ballaststoffgehalt zu verspeisen. Auch unmittelbar nach dem
Sport ist die Zufuhr von Kohlenhydraten mit hohem GI, vorzugsweise Zucker, empfehlenswert,
um ein rasches Wiederauffüllen der entleerten muskulären Glykogenspeicher einzuleiten.
Man darf also dem GI keine so große Bedeutung beimessen, wie es derzeit geschieht.
Abgesehen davon muss man differenzieren, ob es sich um einen Normalgewichtigen mit
normaler Glukosetoleranz (normaler Blutzuckeranstieg nach Glukose- bzw. Kohlenhydratzufuhr)
oder um einen Übergewichtigen bzw. Adipösen mit gestörter
Glukosetoleranz (übermäßiger BZ-Anstieg) aufgrund einer Insulinresistenz handelt
(metabolisches Syndrom). In letzterem Fall, vor allem, wenn bereits ein NIDDM (nicht
insulinabhängiger Diabetes mellitus = Typ 2-Diabetes mellitus, früher “Altersdiabetes“ genannt)
vorliegt, kann es zweckmäßig sein, sich kohlenhydratbewusst zu ernähren, um den
postprandialen Blutzuckerspiegel nicht zu hoch ansteigen zu lassen, weil das die
Microangiopathie fördert, also die kleinen Blutgefäße in der Niere und Netzhaut schädigt.
Wobei man aber aufpassen muss, dass man sich vor lauter Achten auf einen niedrigen
GI nicht zu fettreich ernährt – denn das würde wiederum eine positive Energiebilanz
begünstigen bzw. eine negative Energiebilanz und damit eine Reduktion des Körperfettanteils
als kausalen Therapieansatz des metabolischen Syndroms verhindern.
Weiters würde durch eine fettreiche Kost eine bereits bestehende Insulinresistenz (die sich in
Form einer gestörten Glukosetoleranz zeigt, sprich als übermäßiger Blutzuckeranstieg und
verzögerter BZ-Abfall beim oralen Glukosetoleranztest (OGTT) bzw. nach einem
kohlenhydrathältigen Frühstück) weiter verstärkt werden, weil die postprandial anflutenden
Fettsäuren nicht nur ins Fettgewebe, sondern auch in die Leber und vor allem in die Muskulatur
eingeschleust werden. Das würde die Entwicklung eines Typ 2-Diabetes mellitus
beschleunigen.
Der Typ 2-Diabetes mellitus ist primär keine Zuckerkrankheit, sondern eine Fettkrankheit!
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der von den “Glyx“-Anhängern, die das Insulin zum “Sündenbock“
in Sachen Übergewicht stempeln, nicht bedacht wird:
Der Anstieg des Insulinspiegels im Blut im Rahmen einer Mahlzeit hängt nicht nur von
den zugeführten Kohlenhydraten, sondern auch Proteinen und Fetten ab. Die
Insulin“antwort“ korreliert also nicht nur mit dem GI und der GL, sondern auch mit dem
Energiegehalt der zugeführten Mahlzeit.
Zusammenfassung
Man darf nicht den Fehler machen, wie Montignac zu argumentieren, indem man die
Thermodynamik und damit die Energiebilanz als letztlich entscheidendes Kriterium für die
Entstehung von Übergewicht ignoriert. Kein Makronährstoff macht per se dick, auch nicht
das Insulin, sondern einzig und allein eine positive Energiebilanz! Und dabei ist es egal,
von welchem Makronährstoff zuviel zugeführt wird, jede “überschüssige“ Kalorie, egal, woher
sie stammt, wandert in die Fettdepots. Die Annahme, Kohlenhydrate bzw. Glukose würden
durch die Insulinwirkung sogleich in “neues“ Fett umgewandelt werden, ist ein
biochemischer Irrtum.
3

Es ist geradezu grotesk, Kartoffeln als “Dickmacher“ hinzustellen, weil ihr Kaloriengehalt
aufgrund ihres hohen Wassergehalts gering ist. Außerdem haben sie einen hohen Nährwert
[siehe die unten angeführte Literatur: “Der Glykämische Index - über Sinn und Unsinn“ und die
Stellungnahme der DGE, Teil 1 und Teil2].
Abgesehen davon nimmt man bei üblicher Ernährung
(Mischkost) Kohlenhydrate ohnehin nie isoliert zu sich. Der glykämische Index (GI) ist alles
andere als ein für die Ernährungspraxis relevanter Parameter. Dazu ist er erstens keine fixe
Größe (keine einheitlichen Werte für den GI der verschiedenen Nahrungsmittel, mehrere
Einflüsse lassen den GI schwanken, außerdem bestehen individuelle Unterschiede) und spielt
zweitens für das Ausmaß der Insulinausschüttung keine entscheidende Rolle. Relevant hiefür
ist vielmehr die “glykämische Last“ (glycemic load, GL) eines Nahrungsmittels. Dieser
Parameter ist definiert als das Produkt aus dem GI und der Menge an Kohlenhydraten in
Gramm geteilt durch 100. Damit werden die von den Glyx-Anhängern verpönten Kartoffeln oder
Karotten wieder “rehabilitiert“.
Es kann nicht oft genug betont werden, dass letztlich nur die Gesamtmenge an
zugeführter Nahrungsenergie für die Energiebilanz und die Entstehung von Übergewicht
relevant ist und nicht die einzelnen Makronährstoffe an sich. Die Irrationalität von Montignac
und seiner Jünger gipfelt in der Behauptung, nicht die Zufuhr von zuviel Kalorien, sondern die
Zufuhr von “falschen“ Kohlenhydraten wäre via das “böse“ Insulin Schuld an der Entstehung
von Übergewicht. Insulin ist aber kein “Feind“ des Körpers. Es hemmt nicht die Betaoxidation
(“Fettverbrennung“) als vorrangigen Modus der Energiebereitstellung. Die Insulininkretion wird
nicht nur durch Zufuhr von Kohlenhydraten, sondern auch von Proteinen und - wenngleich in
geringem Ausmaß - Fetten stimuliert. Das Ausmaß der postprandialen “Insulinantwort“ korreliert
somit nicht nur mit dem glykämischen Index bzw. der glykämischen Last, sondern auch mit dem
Energiegehalt der zugeführten Mahlzeit.
Wer sich nur nach einem niedrigen GI orientiert, läuft Gefahr, sich zu fettreich und damit
zu energiereich zu ernähren, was wiederum eine positive Energiebilanz und damit eine
Speicherung von “neuem“ Fettgewebe begünstigt. Darüber hinaus verstärkt eine
fettreiche Kost eine bereits bestehende Insulinresistenz weiter, weil die postprandial
anflutenden Fettsäuren nicht nur ins Fettgewebe, sondern auch in die Leber und in die
Muskulatur eingeschleust werden. Damit würde sich aus einer gestörten Glukosetoleranz in
absehbarer Zeit ein manifester Typ 2-Diabetes mellitus entwickeln.
Der Typ 2-Diabetes mellitus ist primär keine Zuckerkrankheit, sondern eine Fettkrankheit!
Der vorübergehende postprandiale Insulinanstieg im Blut, der die Lipolyse kurzfristig hemmt,
hat mit einem Hyperinsulinismus nichts zu tun. Der Insulinspiegel im Blut korreliert vielmehr mit
dem Körperfettanteil, eine Hyperinsulinämie ist Folge und nicht Ursache der Adipositas. Es
ist die Energiebilanz, die das Fließgleichgewicht zwischen Lipogenese und Lipolyse im
Fettgewebe einstellt und damit über den Körperfettanteil entscheidet. Das gilt für jedermann,
auch für Adipöse mit Hyperinsulinämie bzw. Insulinresistenz. Auch die teilweise so
eindrucksvoll dicken Amerikaner sind nicht deswegen so dick geworden sind, weil sie zuviel
Kohlenhydrate mit hohem GI, sondern weil sie zuviel Energie zugeführt haben - auf gut
Deutsch, zuviel gegessen haben. Und darüber hinaus - ein ganz mitentscheidender Grund für
eine positive Energiebilanz - ihren Energieumsatz durch
körperliche Inaktivität heruntergeschraubt haben. Diese Zeiterscheinung unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft
ist hauptverantwortlich für die Zunahme des metabolischen Syndroms.
Die zur Zeit geführten Ernährungsdiskussionen in Zusammenhang mit Übergewicht und
Adipositas gehen am eigentlichen Hauptproblem vorbei - nämlich an der Tatsache, dass
die Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft zuwenig körperlich aktiv sind
[siehe DIE
PRÄVENTIVMEDIZINISCHE BEDEUTUNG KÖRPERLICHER AKTIVITÄT…, siehe KÖRPERLICHE AKTIVITÄT BEI
ADIPOSITAS…]
Bei allem Verständnis für den glykämischen Index bzw. - sinnvoller - für die glykämische Last im
Rahmen einer kohlenhydratbewussten Ernährung beim metabolischen Syndrom und Typ 2-
Diabetes mellitus - wer die Ursache des Übergewichts nur in den “falschen“
Kohlenhydraten oder generell in den Kohlenhydraten sieht, verkennt die Realität.
4

Xavier Pi-Sunyer bringt es auf den Punkt (Zitat aus Diabetes Care 28:2978-2979,2005 (siehe
unten): we know from repeated studies (in fact, all the epidemiological studies mentioned
above plus the present IRAS study, plus many others) that no one to date has found that the
amount of carbohydrate eaten per day is significantly associated with the development
of type 2 diabetes. This then, greatly diminishes the importance of high glycemic load as
an important risk.
My suggestion then, looking at the present study and others, is that until further evidence is
available, we should concentrate on educating the public to opt for higher-fiber foods
(especially cereal fiber) and downplay the glycemic index and glycemic load. There is
excellent evidence that the higher-fiber foods, made up of whole grains, fruits, and vegetables,
will do people good.”
Ergebnisse des Journalistenseminars der DGE am 28./29. Januar 2003:
“Glyx-Diäten“ propagieren, die Lösung des Problems Übergewicht sei allein die Reduzierung
des glykämischen Index, die Höhe der Energie- und Fettzufuhr gelte dabei als irrelevant. Bei
diesen Diäten werden ernährungswissenschaftliche Tatsachen mit falschen und unbewiesenen
Behauptungen vermischt. Richtig und durch experimentelle und epidemiologische Studien
bewiesen ist, dass schnell resorbierbare Kohlenhydrate zu einem höheren Blutzuckerspiegel
und Insulinausschüttung führen. Bei überkalorischer Ernährung fördert dies die Fettsynthese
und Ablagerung vorrangig im Bauchbereich (Stammfettsucht). Die Beurteilung des
glykämischen Index ist als alleiniger Faktor der Gewichtsreduktion unsinnig, da die
Blutzuckerwirksamkeit von zahlreichen anderen Faktoren mitbestimmt wird, wie etwa
Flüssigkeitsgehalt der Nahrung, Temperatur sowie Fett- und Ballaststoffgehalt einer Mahlzeit.
Bei Diäten wie der Montignac-Methode wird gleichzeitig eine extrem eiweißreiche und teilweise
sehr fettreiche Kost empfohlen, die den wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen
widerspricht.
Aktueller Nachtrag März 2006:
Nach einer an 1255 Personen über 5 Jahre Studie hinweg durchgeführten Studie, die erst
kürzlich im renommierten British Journal of Nutrition publiziert wurde
(siehe unten bei
“Wissenschaftliche Primärliteratur“)
kommen die Wissenschafter zum Schluss, dass es keinen
Zusammenhang zwischen dem glykämischen Index und dem Blutzuckerspiegel gibt
(was bereits
die Studie von FLINT et al gezeigt hat, siehe Die Wahrheit über den Glykämischen Index und die
Originalpublikation “The use of glycaemic index tables…“ , ebenso die Studie von
ALFENAS/MATTES, “Influence of Glycemic Index/Load…“, siehe unten bei “Wissenschaftliche
Primärliteratur“)
Die Untersuchungsleiterin Elizabeth MAYER-DAVIS spricht sich dafür aus, den Gebrauch des
Index abzuschaffen: “Der glykämische Index ist weder für Wissenschafter noch für
Konsumenten zur Entwicklung einer gesunden Ernährung hilfreich“. Um abzunehmen und sich
vor der Entstehung eines Typ 2-Diabetes zu schützen, seien die traditionellen Wege immer
noch am sinnvollsten: Weniger essen und sich mehr bewegen.
Dieser Aussage ist nichts mehr hinzuzufügen.
Aktueller Nachtrag April 2007:
Eine soeben im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie von Sai Krupa
Das et al, die die Langzeiteffekte einer kalorienreduzierten Diät mit einer hohen glykämischen
Last gegenüber einer niedrigen GL verglich, ergab keine Unterschiede in Bezug auf Hunger,
Sättigung und Zufriedenheit mit der Menge und Beschaffenheit der jeweiligen
kalorienreduzierten Kost sowie im Grundumsatz und außerdem nach 12 Monaten keinen
Unterschied in der Abnahme des Körpergewichts und Körperfettanteils.
(Originalarbeit siehe unten bei “Wissenschaftliche Primärliteratur“)
5

Literatur und Links
Univ.Prof. Dr. Kurt Widhalm, Mag. Doris Fussenegger
Der Glykämische Index - über Sinn und Unsinn
Die Wahrheit über den Glykämischen Index
"Glyx- Diät": missglückter Nutzen zur Gewichtskontrolle
Glyx-Diät, LOGI & Co: Der Glykämische Index - Medialer Dauerbrenner und wissenschaftliches Streitthema!
1.Kalorienreduzierte Diäten: Glykämische Last nicht entscheidend für Langzeiterfolg (Originalpublikation s.u.)
2. Ergänzung zu “low carb-high protein“-Diäten
Bewertung der Montignac-Diät
Univ.Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa
Der Mythos vom Zucker: Wieviele Kohlenhydrate sind unschädlich?
Medical Tribune Nr. 19/03, S. 3
Dr. Karin Schindler, Univ.Prof. Dr.Bernhard Ludvik
LOGI-Methode – Stein der Weisen für ein glückliches Schlanksein?
JATROS Diabetes und Stoffwechsel 5/2006
Stellungnahme der DGE
Glykämischer Index und glykämische Last - ein für die Ernährungspraxis des Gesunden relevantes Konzept?
Teil 1: Einflussfaktoren auf den glykämischen Index sowie Relevanz für die Prävention
ernährungsmitbedingter Erkrankungen
Ernährungs-Umschau 51 (2004) Heft 3
Teil 2: Umsetzung des Konzeptes eines niedrigen GI bzw. GL in Ernährungsempfehlungen für die Bevölkerung
Ernährungs-Umschau 51 (2004) Heft 4
Dr. Alexander Ströhle, Prof. Dr. Andreas Hahn
Die Ernährung in der Steinzeit - was Evolution nicht erklärt
Ernährungs-Umschau 50 (2003), S. 420-425
Unwissenschaftliche Nachschrift oder die endlose und dabei doch beendbare Ernährungsdebatte
Ernährungsumschau 52 (2005), S. 180-186
Evolutionäre Ernährungswissenschaft und 'steinzeitliche' Ernährungsempfehlungen - Stein der
alimentären Weisheit oder Stein des Anstoßes?
Teil 1: Konzept, Begründung und paläoanthropologische Befunde
Ernährungs-Umschau 53 (2006), S. 10-16
Teil 2: Ethnographische Befunde und ernährungswissenschaftliche Implikationen
Ernährungs-Umschau 53 (2006), S. 52-58
James J. Kenney, Ph.D., R.D., F.A.C.N.
Do High Glycemic Index Foods Cause Obesity and Diabetes?
A look at the false claims made in Sugar Busters and the Zone Diet books.
www.foodandhealth.com/cpecourses/giobesity.php
Are Low-Carbohydrate Diets Good for What Ails You?
www.acsh.org/publications/priorities/0804/diets.html
Do High-Carbohydrate Diets Increase Heart Disease Risk?
www.foodandhealth.com/cpecourses/stanford.php
Ellen Coleman, RD, MA, MPH
Carbohydrate Unloading: A Reality Check
THE PHYSICIAN AND SPORTSMEDICINE - VOL 25 - NO. 2 - FEBRUARY 97
www.physsportsmed.com/issues/1997/02feb/carbo.htm
David Mendosa
The Satiety Index
www.mendosa.com/satdigest.htm
www.mendosa.com/satrank.htm
How the Low-Carb Craze is Making Us Fat
www.menshealth.com/cda/article/0,2823,s1-6-0-0-1303-2-2-2,00.html
Low Carbs and Lower Journalistic Standards
www.fumento.com/fat/media.html
Low-Carb Diets May Hurt Heart Health
www.kwwl.com/Global/story.asp?=253014
Hold the Lard - The Atkins Diet Still Doesn't Work
www.fumento.com/fat/lard.html
6

Wissenschaftliche Primärliteratur
Sai Krupa Das et al
Long-term effects of 2 energy restricted diets differing in glycemic load on dietary adherence, body
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Nancy F. Sheard, SCD, RD, Nathaniel G. Clark, MD, MS, RD, Janette C. Brand-Miller, PHD, Marion J. Franz, MS,
RD, CDE, F. Xavier Pi-Sunyer, MD, MPH, Elizabeth Mayer-Davis, PHD, RD, Karmeen Kulkarni, MS, RD, CDE, BC-
ADM and Patti Geil, MS, RD, FADA, CDE
Dietary Carbohydrate (Amount and Type) in the Prevention and Management of Diabetes.
A statement by the American Diabetes Association
Diabetes Care 27:2266-2271, 2004
http://care.diabetesjournals.org/cgi/content/full/27/9/2266
Dr. Kurt A. Moosburger, im April 2004 (überarbeitet im April 2007)
www.dr-moosburger.at
Gekürzte Fassung auf http://de.fitness.com/articles/13/ernaehrung/der_glykaemische_index.php

 

Autor: Dr. Kurt A. Moosburger
Kurt A. Moosburger
Facharzt für Innere Medizin
Sportmedizin - Ernährungsmedizin
6060 Hall i.T., Thurnfeldgasse 14
http://www.dr-moosburger.at

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GLYKÄMISCHER INDEX


Der Glykämische Index, “GLYX“-Diät

 

Autor: Dr. Kurt A. Moosburger - Quelle: http://www.dr-moosburger.at/

Auf Grund einer maschinellen Konvertierung kann diese Darstellung (noch) vom Original abweichen

moo 04/04

Was ist dran an der “GLYX“-Diät?
Der “glykämische Index“ (GI) ist heute in aller Munde und findige Leute, die der
Ernährungslehre des Herrn Montignac (übrigens weder Ernährungswissenschaftler noch
Ernährungsmediziner, sollte das nicht bekannt sein) einen neuen Namen geben wollten, haben
daraus den attraktiv klingenden Begriff der “Glyx“-Diät geprägt. Wenn man heute
populärwissenschaftliche Zeitschriften liest, bekommt man den Eindruck, etwas falsch zu
machen, ja sogar seiner Gesundheit zu schaden, wenn man seine Ernährung nicht nach dem
GI richtet. Neben dem immer noch beworbenen Buch Montignacs treten bei uns in Österreich
vermeintliche (in Wirklichkeit sind es selbsternannte) Ernährungsexperten wie die “Professoren“
Hademar Bankhofer und Wolfgang Peer als Fürsprecher der “richtigen“ und Verdammer der
“falschen“ Kohlenhydrate medial in Erscheinung. Auch ein Mediziner, der Grazer Radiologe
Wolfgang Kopp ist auf diesen Zug aufgesprungen und will ebenso wie der bekannte deutsche
Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm (Stichwort “LOGI“ = low GI) glauben machen, dass
die Ursache der Entstehung von Übergewicht durch die Zufuhr von “falschen“ Kohlenhydraten,
sprich Zucker und Nahrungsmitteln mit hohem GI (wie Kartoffeln, Reis usw.) und überhaupt
durch die Zufuhr “zu vieler“ Kohlenhydraten bedingt ist, weil der postprandiale Anstieg des
Insulinspiegels im Blut als Antwort auf den Blutzuckeranstieg zur Speicherung von Körperfett
führen soll (postprandial = nach einer Mahlzeit).
Aber hält die “Glyx“-Diät das, was sie verspricht bzw. ihre Fürsprecher behaupten? Nämlich
durch die Zufuhr von Kohlenhydraten mit niedrigem GI erstens weniger Hungergefühl zu haben
und zweitens die Entstehung von Übergewicht vermeiden zu können?
Um es vorweg zu nehmen - nein.
Was ist eigentlich der glykämische Index?
Er ist ein Maß für die Blutzuckerreaktion, sprich den Anstieg der Blutglukose
(“Blutzuckerspiegel“) nach dem Verzehr eines kohlenhydrathältigen Nahrungsmittels.
Je höher dieser Index, um so steiler ist der Anstieg des postprandialen Blutzuckerspiegels. In
der Regel wird Glukose (=Traubenzucker) der Referenzwert 100 zugeordnet. Manche Indizes
beziehen sich auf Weißbrot als Referenzwert, was die mitunter etwas unterschiedlichen GI-
Angaben für das gleiche Nahrungsmittel erklärt.
Für das Ausmaß der Insulinausschüttung relevanter als der GI eines Nahrungsmittels ist
dessen “glykämische Last“ (glycemic load, GL). Dieser Parameter ist definiert als das Produkt
aus dem GI und der Menge an Kohlenhydraten in Gramm geteilt durch 100.
Außerdem stimulieren nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Proteine und sogar (wenngleich
nur geringfügig) Fette eine Insulinausschüttung – zwar nicht so stark wie Kohlenhydrate, aber
doch signifikant (vor allem Proteine), erst recht bei größerer Nahrungsmenge.
Bei komplexen Lebensmitteln entscheidet die Nährstoffzusammensetzung im weiteren
bzw. die Magenentleerungsgeschwindigkeit im engeren Sinne über den GI. Nimmt man
Kohlenhydrate zusammen mit Ballaststoffen (z.B. Vollkornprodukte), Eiweiß (z.B. gezuckerte
Milch) oder Fett (z.B. Schokolade) auf, dann fällt die Blutzuckerantwort langsamer aus, als
wenn man isolierte Kohlenhydrate zu sich nimmt, weil sich der Magen langsamer entleert.
Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es Ansätze in der Ernährungsberatung, die den GI für den
Körperfettanteil verantwortlich machen. Das wird durch die postprandiale Insulinausschüttung
begründet, die wiederum die Lipolyse (= Spaltung von Fetten) hemmt (und damit indirekt die
Fettspeicherung fördert). Physiologisch gesehen ist das aber Unsinn, weil hier die
Energiebilanz außer Acht gelassen wird. Demnach müsste Schokolade, die durch ihren
hohen Fettgehalt einen relativ niedrigen GI, aber dafür einen hohen Energiegehalt von über
500kcal pro 100 Gramm aufweist, zum Abnehmen günstiger sein als Weißbrot. Ich hoffe, dass
jedem einleuchten wird, wie unrealistisch das ist. Der hohe GI von Weißbrot sinkt, sobald es mit
einer Scheibe Schinken belegt wird. Beim stoffwechselgesunden Menschen steigt der
1


Bitte bewerte uns:

Blutzuckerspiegel nach einer kohlenhydrathältigen Mahlzeit - und sei sie noch so reichhaltig -
unabhängig vom GI und auch unabhängig von der GL nie über ein bestimmtes Maß an.
Außerdem ist die Insulinantwort im Anschluss an eine kohlenhydratreiche Mahlzeit nicht nur
völlig normal, sondern auch notwendig (um Glukose und Aminosäuren in die Körperzellen zu
schleusen) und hat mit einem langfristigen Auf- und Abbau von Körperfett nichts zu tun.
Letztere Vorgänge sind einzig und allein eine Frage der Energiebilanz. Diese - und nicht
das Insulin - ist das Kriterium, das über das “Schicksal“ unseres Körperfettanteils
entscheidet. Die Energiebilanz stellt sozusagen das Fließgleichgewicht zwischen dem Auf- und
Abbau von Neutralfetten im Fettgewebe ein (Lipogenese
Lipolyse).
Insulin ist das anabole Hormon der Bauchspeicheldrüse. Es hemmt die Lipolyse (neben seinen
weiteren Wirkungen wie die Förderung der Aufnahme von Glukose in die Körperzellen, die
Förderung der Glykogensynthese in Muskulatur und Leber sowie die Förderung der Aufnahme
von Aminosäuren in die Zellen). Die Lipolyse (Spaltung der Triglyceride = Neutralfette in
Glycerin und freie Fettsäuren) wird aber auch bei einem vorübergehenden postprandialen
Anstieg des Insulinspiegels nie vollständig unterdrückt.
Außerdem heißt eine vorübergehende Hemmung der Lipolyse nicht, dass damit
überhaupt keine Betaoxidation (“Fettverbrennung“) in den Mitochondrien der Zellen
mehr stattfindet. Dieser Denkfehler wird aber immer wieder begangen.
Die Behauptung der Glyx- und LOGI-Anhänger, die Zufuhr von Kohlenhydraten mit hohem GI
würden zwangsläufig eine "überschießende" Insulinausschüttung bewirken, die zu einem Abfall
des Blutzuckerspiegels unter das Ausgangsniveau bzw. sogar zu einer Hypoglykämie und
damit zu Heißhunger führen würde, ist nicht haltbar und entbehrt jeglicher physiologischen
Grundlage. Abgesehen von der Unlogik einer "Unterzuckerung" durch die Zufuhr von
Kohlenhydraten und der Tatsache, dass der Blutzuckerspiegel selbst im Nüchternzustand nie
unter ein gewisses Niveau abfällt (weil der Leberstoffwechsel durch Glykogenabbau und
Glukose-Neubildung dafür sorgt, dass immer genügend Glukose für das Blut zur Versorgung
primär des Gehirns, aber auch aller anderen Organe bereitgestellt wird), ist der
Blutglukosespiegel nicht der entscheidende Gradmesser für ein Hungergefühl. Als sog.
glukostatisches Signal spielt vielmehr die zelluläre Verfügbarkeit an Glukose, vor allem im
Hypothalamus und in der Leber, die Hauptrolle. Das Hungergefühl wird so wie das
Sättigungsgefühl vom Hypothalamus gesteuert. Neben den glukostatischen Signalen gibt es
noch weitere metabolische Signale für die Steuerung der Nahrungsaufnahme, nämlich
lipostatische, aminostatische, ischymetrische (ATP-Bildungsrate in den Körperzellen, v.a. in der
Leber) sowie thermostatische (Abweichungen der Körperkerntemperatur) Signale. Neben
diesen metabolischen Signalen gibt es weitere afferente Signale ans ZNS, v.a. den
Hypothalamus, für die Steuerung des Hunger-Sättigungs-Mechanismus, und zwar
Informationen aus dem Magen-Darm-Trakt (Dehnungsrezeptoren, gastrointestinale Hormone
wie z.B. Cholecystokinin sowie vagale Afferenzen) sowie sensorische Informationen (Geruch,
Geschmack),
die allesamt von Neurotransmittern integriert werden.
Das Nahrungsaufnahmeverhalten ist sehr komplex und die Kenntnisse darüber noch nicht
vollständig erforscht. Aber eines kann man vereinfacht sagen:
"Hunger" (und ebenso die Sättigung) geht im wahrsten Sinn des Wortes vom Kopf aus!
siehe auch die unten angeführte Literatur:
“Der Glykämische Index - über Sinn und Unsinn“
“The Satiety Index“
“Influence of Glycemic Index/Load on Glycemic Response, Appetite, and Food Intake in Healthy Humans“
Ein weiterer Irrtum der “Glyx-Jünger“ zeigt deren mangelhaftes Fachwissen über die Biochemie
des Intermediärstoffwechsels auf, wenn behauptet wird, dass die “falschen“ Kohlenhydrate
durch die Insulinausschüttung direkt in Fette umgewandelt und sogleich als Körperfett
gespeichert werden. Die Umwandlung von Glukose in Trigyceride ist biochemisch zwar
möglich, aber gar nicht so einfach
[Für biochemisch Interessierte: Das hängt damit zusammen,
dass die Aktivität der für die Fettsäuresynthese aus Acetyl-CoA notwendigen Enzyme (u.a. Acetyl-CoA-
Carboxylase, ATP-Citratlyase und Fettsäuresynthetase) beim Menschen gering ist. Außerdem ist die
Energieumwandlung von Kohlenhydraten zu Fett ein ineffektiver Vorgang, der mit einem erheblichen
Energieverlust (fast 25%) einhergeht]
und geschieht erst bei einer übermäßigen

Kohlenhydratzufuhr. Bevor im Fettgewebe "neues" Fett aus Glukose gebildet wird,
kommt es noch zu einer Steigerung der Thermogenese. Das ist vielfach nicht bekannt.
Somit ist eine “Kohlenhydrat-Phobie“ irrational und von vornherein ungegründet. Solange man
sich nicht mit Kohlenhydraten “mästet“ und damit eine positive Energiebilanz erzeugt, wird man
nicht dick davon. Dick wird man nur, wenn man mehr Kalorien zuführt als man verbraucht –
unabhängig von der Zusammensetzung der Nahrung.
Wer gesund und nicht übergewichtig ist und somit keine Hyperinsulinämie bzw.
Insulinresistenz aufweist, kann also den GI ruhigen Gewissens ignorieren.
Als Sportler sollte man ihn im Auge behalten, wenn man vor einem Wettkampf oder Training
noch etwas isst. Da wäre es weniger empfehlenswert, eine Mahlzeit mit niedrigem GI und damit
verbundenem hohen Fett- oder Ballaststoffgehalt zu verspeisen. Auch unmittelbar nach dem
Sport ist die Zufuhr von Kohlenhydraten mit hohem GI, vorzugsweise Zucker, empfehlenswert,
um ein rasches Wiederauffüllen der entleerten muskulären Glykogenspeicher einzuleiten.
Man darf also dem GI keine so große Bedeutung beimessen, wie es derzeit geschieht.
Abgesehen davon muss man differenzieren, ob es sich um einen Normalgewichtigen mit
normaler Glukosetoleranz (normaler Blutzuckeranstieg nach Glukose- bzw. Kohlenhydratzufuhr)
oder um einen Übergewichtigen bzw. Adipösen mit gestörter
Glukosetoleranz (übermäßiger BZ-Anstieg) aufgrund einer Insulinresistenz handelt
(metabolisches Syndrom). In letzterem Fall, vor allem, wenn bereits ein NIDDM (nicht
insulinabhängiger Diabetes mellitus = Typ 2-Diabetes mellitus, früher “Altersdiabetes“ genannt)
vorliegt, kann es zweckmäßig sein, sich kohlenhydratbewusst zu ernähren, um den
postprandialen Blutzuckerspiegel nicht zu hoch ansteigen zu lassen, weil das die
Microangiopathie fördert, also die kleinen Blutgefäße in der Niere und Netzhaut schädigt.
Wobei man aber aufpassen muss, dass man sich vor lauter Achten auf einen niedrigen
GI nicht zu fettreich ernährt – denn das würde wiederum eine positive Energiebilanz
begünstigen bzw. eine negative Energiebilanz und damit eine Reduktion des Körperfettanteils
als kausalen Therapieansatz des metabolischen Syndroms verhindern.
Weiters würde durch eine fettreiche Kost eine bereits bestehende Insulinresistenz (die sich in
Form einer gestörten Glukosetoleranz zeigt, sprich als übermäßiger Blutzuckeranstieg und
verzögerter BZ-Abfall beim oralen Glukosetoleranztest (OGTT) bzw. nach einem
kohlenhydrathältigen Frühstück) weiter verstärkt werden, weil die postprandial anflutenden
Fettsäuren nicht nur ins Fettgewebe, sondern auch in die Leber und vor allem in die Muskulatur
eingeschleust werden. Das würde die Entwicklung eines Typ 2-Diabetes mellitus
beschleunigen.
Der Typ 2-Diabetes mellitus ist primär keine Zuckerkrankheit, sondern eine Fettkrankheit!
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der von den “Glyx“-Anhängern, die das Insulin zum “Sündenbock“
in Sachen Übergewicht stempeln, nicht bedacht wird:
Der Anstieg des Insulinspiegels im Blut im Rahmen einer Mahlzeit hängt nicht nur von
den zugeführten Kohlenhydraten, sondern auch Proteinen und Fetten ab. Die
Insulin“antwort“ korreliert also nicht nur mit dem GI und der GL, sondern auch mit dem
Energiegehalt der zugeführten Mahlzeit.
Zusammenfassung
Man darf nicht den Fehler machen, wie Montignac zu argumentieren, indem man die
Thermodynamik und damit die Energiebilanz als letztlich entscheidendes Kriterium für die
Entstehung von Übergewicht ignoriert. Kein Makronährstoff macht per se dick, auch nicht
das Insulin, sondern einzig und allein eine positive Energiebilanz! Und dabei ist es egal,
von welchem Makronährstoff zuviel zugeführt wird, jede “überschüssige“ Kalorie, egal, woher
sie stammt, wandert in die Fettdepots. Die Annahme, Kohlenhydrate bzw. Glukose würden
durch die Insulinwirkung sogleich in “neues“ Fett umgewandelt werden, ist ein
biochemischer Irrtum.
3

Es ist geradezu grotesk, Kartoffeln als “Dickmacher“ hinzustellen, weil ihr Kaloriengehalt
aufgrund ihres hohen Wassergehalts gering ist. Außerdem haben sie einen hohen Nährwert
[siehe die unten angeführte Literatur: “Der Glykämische Index - über Sinn und Unsinn“ und die
Stellungnahme der DGE, Teil 1 und Teil2].
Abgesehen davon nimmt man bei üblicher Ernährung
(Mischkost) Kohlenhydrate ohnehin nie isoliert zu sich. Der glykämische Index (GI) ist alles
andere als ein für die Ernährungspraxis relevanter Parameter. Dazu ist er erstens keine fixe
Größe (keine einheitlichen Werte für den GI der verschiedenen Nahrungsmittel, mehrere
Einflüsse lassen den GI schwanken, außerdem bestehen individuelle Unterschiede) und spielt
zweitens für das Ausmaß der Insulinausschüttung keine entscheidende Rolle. Relevant hiefür
ist vielmehr die “glykämische Last“ (glycemic load, GL) eines Nahrungsmittels. Dieser
Parameter ist definiert als das Produkt aus dem GI und der Menge an Kohlenhydraten in
Gramm geteilt durch 100. Damit werden die von den Glyx-Anhängern verpönten Kartoffeln oder
Karotten wieder “rehabilitiert“.
Es kann nicht oft genug betont werden, dass letztlich nur die Gesamtmenge an
zugeführter Nahrungsenergie für die Energiebilanz und die Entstehung von Übergewicht
relevant ist und nicht die einzelnen Makronährstoffe an sich. Die Irrationalität von Montignac
und seiner Jünger gipfelt in der Behauptung, nicht die Zufuhr von zuviel Kalorien, sondern die
Zufuhr von “falschen“ Kohlenhydraten wäre via das “böse“ Insulin Schuld an der Entstehung
von Übergewicht. Insulin ist aber kein “Feind“ des Körpers. Es hemmt nicht die Betaoxidation
(“Fettverbrennung“) als vorrangigen Modus der Energiebereitstellung. Die Insulininkretion wird
nicht nur durch Zufuhr von Kohlenhydraten, sondern auch von Proteinen und - wenngleich in
geringem Ausmaß - Fetten stimuliert. Das Ausmaß der postprandialen “Insulinantwort“ korreliert
somit nicht nur mit dem glykämischen Index bzw. der glykämischen Last, sondern auch mit dem
Energiegehalt der zugeführten Mahlzeit.
Wer sich nur nach einem niedrigen GI orientiert, läuft Gefahr, sich zu fettreich und damit
zu energiereich zu ernähren, was wiederum eine positive Energiebilanz und damit eine
Speicherung von “neuem“ Fettgewebe begünstigt. Darüber hinaus verstärkt eine
fettreiche Kost eine bereits bestehende Insulinresistenz weiter, weil die postprandial
anflutenden Fettsäuren nicht nur ins Fettgewebe, sondern auch in die Leber und in die
Muskulatur eingeschleust werden. Damit würde sich aus einer gestörten Glukosetoleranz in
absehbarer Zeit ein manifester Typ 2-Diabetes mellitus entwickeln.
Der Typ 2-Diabetes mellitus ist primär keine Zuckerkrankheit, sondern eine Fettkrankheit!
Der vorübergehende postprandiale Insulinanstieg im Blut, der die Lipolyse kurzfristig hemmt,
hat mit einem Hyperinsulinismus nichts zu tun. Der Insulinspiegel im Blut korreliert vielmehr mit
dem Körperfettanteil, eine Hyperinsulinämie ist Folge und nicht Ursache der Adipositas. Es
ist die Energiebilanz, die das Fließgleichgewicht zwischen Lipogenese und Lipolyse im
Fettgewebe einstellt und damit über den Körperfettanteil entscheidet. Das gilt für jedermann,
auch für Adipöse mit Hyperinsulinämie bzw. Insulinresistenz. Auch die teilweise so
eindrucksvoll dicken Amerikaner sind nicht deswegen so dick geworden sind, weil sie zuviel
Kohlenhydrate mit hohem GI, sondern weil sie zuviel Energie zugeführt haben - auf gut
Deutsch, zuviel gegessen haben. Und darüber hinaus - ein ganz mitentscheidender Grund für
eine positive Energiebilanz - ihren Energieumsatz durch
körperliche Inaktivität heruntergeschraubt haben. Diese Zeiterscheinung unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft
ist hauptverantwortlich für die Zunahme des metabolischen Syndroms.
Die zur Zeit geführten Ernährungsdiskussionen in Zusammenhang mit Übergewicht und
Adipositas gehen am eigentlichen Hauptproblem vorbei - nämlich an der Tatsache, dass
die Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft zuwenig körperlich aktiv sind
[siehe DIE
PRÄVENTIVMEDIZINISCHE BEDEUTUNG KÖRPERLICHER AKTIVITÄT…, siehe KÖRPERLICHE AKTIVITÄT BEI
ADIPOSITAS…]
Bei allem Verständnis für den glykämischen Index bzw. - sinnvoller - für die glykämische Last im
Rahmen einer kohlenhydratbewussten Ernährung beim metabolischen Syndrom und Typ 2-
Diabetes mellitus - wer die Ursache des Übergewichts nur in den “falschen“
Kohlenhydraten oder generell in den Kohlenhydraten sieht, verkennt die Realität.
4

Xavier Pi-Sunyer bringt es auf den Punkt (Zitat aus Diabetes Care 28:2978-2979,2005 (siehe
unten): we know from repeated studies (in fact, all the epidemiological studies mentioned
above plus the present IRAS study, plus many others) that no one to date has found that the
amount of carbohydrate eaten per day is significantly associated with the development
of type 2 diabetes. This then, greatly diminishes the importance of high glycemic load as
an important risk.
My suggestion then, looking at the present study and others, is that until further evidence is
available, we should concentrate on educating the public to opt for higher-fiber foods
(especially cereal fiber) and downplay the glycemic index and glycemic load. There is
excellent evidence that the higher-fiber foods, made up of whole grains, fruits, and vegetables,
will do people good.”
Ergebnisse des Journalistenseminars der DGE am 28./29. Januar 2003:
“Glyx-Diäten“ propagieren, die Lösung des Problems Übergewicht sei allein die Reduzierung
des glykämischen Index, die Höhe der Energie- und Fettzufuhr gelte dabei als irrelevant. Bei
diesen Diäten werden ernährungswissenschaftliche Tatsachen mit falschen und unbewiesenen
Behauptungen vermischt. Richtig und durch experimentelle und epidemiologische Studien
bewiesen ist, dass schnell resorbierbare Kohlenhydrate zu einem höheren Blutzuckerspiegel
und Insulinausschüttung führen. Bei überkalorischer Ernährung fördert dies die Fettsynthese
und Ablagerung vorrangig im Bauchbereich (Stammfettsucht). Die Beurteilung des
glykämischen Index ist als alleiniger Faktor der Gewichtsreduktion unsinnig, da die
Blutzuckerwirksamkeit von zahlreichen anderen Faktoren mitbestimmt wird, wie etwa
Flüssigkeitsgehalt der Nahrung, Temperatur sowie Fett- und Ballaststoffgehalt einer Mahlzeit.
Bei Diäten wie der Montignac-Methode wird gleichzeitig eine extrem eiweißreiche und teilweise
sehr fettreiche Kost empfohlen, die den wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen
widerspricht.
Aktueller Nachtrag März 2006:
Nach einer an 1255 Personen über 5 Jahre Studie hinweg durchgeführten Studie, die erst
kürzlich im renommierten British Journal of Nutrition publiziert wurde
(siehe unten bei
“Wissenschaftliche Primärliteratur“)
kommen die Wissenschafter zum Schluss, dass es keinen
Zusammenhang zwischen dem glykämischen Index und dem Blutzuckerspiegel gibt
(was bereits
die Studie von FLINT et al gezeigt hat, siehe Die Wahrheit über den Glykämischen Index und die
Originalpublikation “The use of glycaemic index tables…“ , ebenso die Studie von
ALFENAS/MATTES, “Influence of Glycemic Index/Load…“, siehe unten bei “Wissenschaftliche
Primärliteratur“)
Die Untersuchungsleiterin Elizabeth MAYER-DAVIS spricht sich dafür aus, den Gebrauch des
Index abzuschaffen: “Der glykämische Index ist weder für Wissenschafter noch für
Konsumenten zur Entwicklung einer gesunden Ernährung hilfreich“. Um abzunehmen und sich
vor der Entstehung eines Typ 2-Diabetes zu schützen, seien die traditionellen Wege immer
noch am sinnvollsten: Weniger essen und sich mehr bewegen.
Dieser Aussage ist nichts mehr hinzuzufügen.
Aktueller Nachtrag April 2007:
Eine soeben im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie von Sai Krupa
Das et al, die die Langzeiteffekte einer kalorienreduzierten Diät mit einer hohen glykämischen
Last gegenüber einer niedrigen GL verglich, ergab keine Unterschiede in Bezug auf Hunger,
Sättigung und Zufriedenheit mit der Menge und Beschaffenheit der jeweiligen
kalorienreduzierten Kost sowie im Grundumsatz und außerdem nach 12 Monaten keinen
Unterschied in der Abnahme des Körpergewichts und Körperfettanteils.
(Originalarbeit siehe unten bei “Wissenschaftliche Primärliteratur“)
5

Literatur und Links
Univ.Prof. Dr. Kurt Widhalm, Mag. Doris Fussenegger
Der Glykämische Index - über Sinn und Unsinn
Die Wahrheit über den Glykämischen Index
"Glyx- Diät": missglückter Nutzen zur Gewichtskontrolle
Glyx-Diät, LOGI & Co: Der Glykämische Index - Medialer Dauerbrenner und wissenschaftliches Streitthema!
1.Kalorienreduzierte Diäten: Glykämische Last nicht entscheidend für Langzeiterfolg (Originalpublikation s.u.)
2. Ergänzung zu “low carb-high protein“-Diäten
Bewertung der Montignac-Diät
Univ.Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa
Der Mythos vom Zucker: Wieviele Kohlenhydrate sind unschädlich?
Medical Tribune Nr. 19/03, S. 3
Dr. Karin Schindler, Univ.Prof. Dr.Bernhard Ludvik
LOGI-Methode – Stein der Weisen für ein glückliches Schlanksein?
JATROS Diabetes und Stoffwechsel 5/2006
Stellungnahme der DGE
Glykämischer Index und glykämische Last - ein für die Ernährungspraxis des Gesunden relevantes Konzept?
Teil 1: Einflussfaktoren auf den glykämischen Index sowie Relevanz für die Prävention
ernährungsmitbedingter Erkrankungen
Ernährungs-Umschau 51 (2004) Heft 3
Teil 2: Umsetzung des Konzeptes eines niedrigen GI bzw. GL in Ernährungsempfehlungen für die Bevölkerung
Ernährungs-Umschau 51 (2004) Heft 4
Dr. Alexander Ströhle, Prof. Dr. Andreas Hahn
Die Ernährung in der Steinzeit - was Evolution nicht erklärt
Ernährungs-Umschau 50 (2003), S. 420-425
Unwissenschaftliche Nachschrift oder die endlose und dabei doch beendbare Ernährungsdebatte
Ernährungsumschau 52 (2005), S. 180-186
Evolutionäre Ernährungswissenschaft und 'steinzeitliche' Ernährungsempfehlungen - Stein der
alimentären Weisheit oder Stein des Anstoßes?
Teil 1: Konzept, Begründung und paläoanthropologische Befunde
Ernährungs-Umschau 53 (2006), S. 10-16
Teil 2: Ethnographische Befunde und ernährungswissenschaftliche Implikationen
Ernährungs-Umschau 53 (2006), S. 52-58
James J. Kenney, Ph.D., R.D., F.A.C.N.
Do High Glycemic Index Foods Cause Obesity and Diabetes?
A look at the false claims made in Sugar Busters and the Zone Diet books.
www.foodandhealth.com/cpecourses/giobesity.php
Are Low-Carbohydrate Diets Good for What Ails You?
www.acsh.org/publications/priorities/0804/diets.html
Do High-Carbohydrate Diets Increase Heart Disease Risk?
www.foodandhealth.com/cpecourses/stanford.php
Ellen Coleman, RD, MA, MPH
Carbohydrate Unloading: A Reality Check
THE PHYSICIAN AND SPORTSMEDICINE - VOL 25 - NO. 2 - FEBRUARY 97
www.physsportsmed.com/issues/1997/02feb/carbo.htm
David Mendosa
The Satiety Index
www.mendosa.com/satdigest.htm
www.mendosa.com/satrank.htm
How the Low-Carb Craze is Making Us Fat
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Low Carbs and Lower Journalistic Standards
www.fumento.com/fat/media.html
Low-Carb Diets May Hurt Heart Health
www.kwwl.com/Global/story.asp?=253014
Hold the Lard - The Atkins Diet Still Doesn't Work
www.fumento.com/fat/lard.html
6

Wissenschaftliche Primärliteratur
Sai Krupa Das et al
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www.dr-moosburger.at
Gekürzte Fassung auf http://de.fitness.com/articles/13/ernaehrung/der_glykaemische_index.php

 

Autor: Dr. Kurt A. Moosburger
Kurt A. Moosburger
Facharzt für Innere Medizin
Sportmedizin - Ernährungsmedizin
6060 Hall i.T., Thurnfeldgasse 14
http://www.dr-moosburger.at

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