NADH-SUPPLEMENTATION
NADH SUPPLEMENTATION Kritische Stellungnahme
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Autor: Prof. Dr. Andreas Hahn- :Andreas.Hahn@lw.uni-hannover.de Auf Grund einer maschinellen Konvertierung
kann diese Darstellung (noch) vom Original abweichen
NADH besitzt keine ernährungsphysiologische Bedeutung, die Coenzyme stellen keinen notwendigen Nahrungsbestandteil dar. Essentiell sind lediglich die ihnen zugrundeliegenden Vitamine, zu denen die Coenzyme im übrigen vor der Absorption hydrolysiert werden [8]. Auch stofflich handelt es sich nicht um eine natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommende Substanz; schon aus diesem Grunde wäre das modifizierte NADH-Produkt als (unerlaubter) Zusatzstoff anzusehen [9]. Die von Herrn Kollegen Birkmayer skizzierten “Anwendungen“ sind ausschließlich arzneilicher Art. Das von ihm entwickelte oral verfügbare NADH-Präparat ist deshalb aufgrund seiner Zweckbestimmung als Arzneimittel und keinesfalls als Lebensmittel anzusehen. Da für das Produkt jedoch ganz offensichtlich keine Arzneimittelzulassung vorliegt, möchte der Autor sein Präparat gerne als Lebensmittel klassifiziert sehen. Objektiv betrachtet handelt es sich jedoch vielmehr um ein nicht zugelassenes und damit nach deutschem Recht illegales Arzneimittel. Unabhängig von diesem rechtlich zweifelhaften Vorgehen ist auch der therapeutische Nutzen des scheinbar vielfältig einsetzbaren Coenzyms keineswegs so unumstritten, wie die Ausführungen vermuten lassen. So benennt beispielsweise ein 1998 erschienener Review [10] die Grenzen der Anwendung bei M. Parkinson. Auch eine Placebo- kontrollierte klinische Studie zeigte keinen eindeutigen Nutzen von NADH [11]. Alles in allem bleibt die Darstellung unausgewogenen und schönend. Honi soit qui mal y pense? Ich denke nein! Der Beitrag stellt für mich vielmehr den offensichtlichen Versuch dar, eigene merkantile Interessen durch wissenschaftliche PR zu stützen. Mit Wissenschaft hat dies wenig zu tun! Hannover, 20. September 2000 Literatur: [1] GASSMANN, B. (1997): Niacin. Ernährungs-Umschau 44 384-387 [2] VAUGHAN, M.; MOSS , J. (1983) In: Johnson BC, editor. Posttranslational modifications of proteins. Academic Press, Orlando, 321 [3] LINDER, M.C. (1991) Nutritional biochemistry and metabolism, Elsevier, New York, 119 [4] LÖFFLER, G.; PETRIDES, P.E. (1998): Biochemie und Pathobiochemie, Springer, Berlin, 506 [5] WÖRNER, B. (1996): Problematik der Nahrungsergänzungsmittel - Abgrenzung zu Arzneimitteln. Bundesgesundheitsblatt 8 , 305-308 [6] HAHN, A.; WOLTERS, M.; HANKE, G. (1999): Nahrungsergänzungsmittel. Deutsche Apotheker Zeitung 139, 2470-2482 [7] HAHN , A.; WOLTERS , M. (2000): Nahrungsergänzungsmittel - eine Bestandsuafnahme. I. Einordnung, Marktsituation und Verbraucherverhalten. ERNO 1 (3) [DOI: http://dx.doi.org/10.1065/ erno2000.07.009] [8] BÄSSLER K.H., GOLLY, I.; LOEW, D.; PIETRZIK, K. (1997): Vitamin- Lexikon. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, 176 [9] HAHN, A. (2000): Nahrungsergänzungsmittel. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (im Druck) [10] SWERDLOW, R.H. (1998) Is NADH effective in the treatment of Parkinson's disease? Drugs Aging 13, 263-268 [11] DIZDAR, N.; KAGEDAL, B.; LINDVALL, B. (1994): Treatment of Parkinsons disease with NADH. Acta Neurol Scand 90, 347-347 Dieser Stellungnahme ist nichts hinzuzufügen, ich schließe mich ihr vollinhaltlich an. Kurt A. Moosburger www.dr-moosburger.at
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Autor: Prof. Dr. Andreas Hahn Auf Grund einer maschinellen Konvertierung kann diese Darstellung (noch) vom Original abweichen |
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