Nahrungsergänzungsmittel im Sport


Autor: Dr. Kurt A. Moosburger - Quelle: http://www.dr-moosburger.at/

Auf Grund einer maschinellen Konvertierung kann diese Darstellung (noch) vom Original abweichen



“facts and fallacies“

Eine kritische Betrachtung
Fortbildungsreihe “Spezielle Ernährung”
“Zwischen Ökokost und Designerfood
Designerfood - Ernährungstrends im 21. Jahrhundert“
Ernährungstrends im 21. Jahrhundert“
St. Pölten, 10.–12. Juli 2006
Kurt A. Moosburger
Facharzt für Innere Medizin
Sportmedizin - Ernährungsmedizin
6060 Hall i.T., Thurnfeldgasse 14
http://www.dr-moosburger.at



2
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
NEM sind Lebensmittel, die dazu gedacht sind, die normale
Ernährung zu ergänzen.
Sie bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von
Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer
oder physiologischer Wirkung.
NEM werden in dosierter Form in Verkehr gebracht (Kapseln,
Pillen, Tabletten, Pastillen, Pulverbeutel, Flüssigampullen, Flaschen
mit Tropfeinsätzen usw.) zur Aufnahme in angemessenen Mengen.
(§3 Z 4 LMSVG)


3
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Dem Begriff “Nahrungsergänzungsmittel“ war zunächst der Begriff
“Verzehrprodukt“ vorausgegangen.
Verzehrprodukte waren im Sinne des bisherigen §3 LMG Stoffe, die
dazu bestimmt sind, von Menschen gegessen, gekaut oder getrunken zu
werden, ohne überwiegend Genuss- oder Ernährungszwecken zu dienen
oder Arzneimittel zu sein.
Der Gesetzgeber hat 1975 den Begriff “Verzehrprodukt“ geschaffen,
um die Lücke zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln zu schließen
und die zahlreichen Produkte, die sich in dieser “Grauzone“ bewegten,
einer gesetzlich definierten Kategorie zuzuordnen.
4
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Der Begriff “Verzehrprodukt“ fand sich nur im österreichischen
Lebensmittelrecht und sonst in keiner Rechtsordnung anderer EU-
Mitgliedsstaaten.
Der Gesetzgeber hatte zunächst an Produkte wie zuckerfreien Kaugummi
Raucherentwöhnungsbonbons, Magenfüllsubstanzen und dgl. gedacht.
Der Großteil der Verzehrprodukte (in Deutschland schon früher NEM
genannt) bestand aber bald aus Produkten, die Vitamine, Mineralstoffe,
Spurenelemente und sonstige Substanzen (in jüngerer Zeit zunehmend
pflanzliche Wirkstoffe) enthielten.
Charakteristische Verabreichungsform von Verzehrprodukten:
Kapseln und Tabletten.
5
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Mit der am 15. August 2003 in Kraft getretenen LMG-Novelle wurde
der Begriff “Verzehrprodukt“ durch “Nahrungsergänzungsmittel“
ersetzt und dieses neu definiert.
Die Begriffsbestimmung des §3 Z 4 LMSVG entspricht derjenigen des
Art.2 der Nahrungsergänzungsmittel

-Richtlinie 2002/46/EG.
Neu ist, dass die Nahrungsergänzungsmittel dem Oberbegriff
“Lebensmittel“ zugeordnet werden.
(Die bisherigen Verzehrprodukte waren eine eigene Kategorie).

6
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
NEM werden (so wie früher die Verzehrprodukte) im Hinblick auf die
für sie charakteristischen Inhaltsstoffe oft mit gesundheitsbezogenen
Angaben in Verkehr gebracht.
Damit nähern sie sich in ihrer Erscheinungsform tendenziell den
Arzneimitteln an.
Ungeachtet der bisherigen Anmeldungs- und Zulassungsverfahren
(auch unter dem dzt. Gesetzgeber, der nur eine “Meldung“ vorsieht)
bewegt sich ein beträchtlicher Teil der NEM im illegalen Bereich,
wodurch wieder eine “Grauzone“ entstanden ist.

7
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Zusammenfassung:
NEM sind Produkte in arzneitypischer Darreichung
(Kapseln, Tabletten, Pulverbeutel, Trinkampullen…),
die Nährstoffe und sonstige Substanzen mit
ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung
enthalten und zur Ergänzung der täglichen Nahrung
gedacht sind.
Erst seit wenigen Jahren gibt es besondere Rechts-
vorschriften für diese Präparate.
Trotzdem gibt es nach wie vor eine “Grauzone“.


Nahrungsergänzungsmittel im Sport
Ergogene Supplemente ?
1. Energiekonzentrate (“weight gainer“)
2. Kohlenhydratkonzentrate
3. Proteinkonzentrate
4. Sportgetränke
5. Mikronährstoff-Präparate
6. Ernährungs- u. stoffwechselbezogene “Leistungsförderer“

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Grundlagen
Zwei Prinzipien stellen die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmi
Zwei Prinzipien stellen die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln
grundsätzlich in Frage:
1. Es gibt keinen Nährstoff, dessen Bedarf
überproportional zum Energiebedarf ansteigt.
2. Eine Nährstoffzufuhr, die den Bedarf übersteigt,
steigert weder die Gesundheit noch die körperliche
Leistungsfähigkeit.

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Grundlagen
Zu 1:
Es gibt keinen Nährstoff, dessen Bedarf überproportional zum Ene
Es gibt keinen Nährstoff, dessen Bedarf überproportional zum Energiebedarf ansteigt
rgiebedarf ansteigt
Bei bedarfsgerechter Energiezufuhr und abwechslungsreicher,
Bei bedarfsgerechter Energiezufuhr und abwechslungsreicher,
ausgewogener Mischkost nach den evidenzbasierten Ernährungs
ausgewogener Mischkost nach den evidenzbasierten Ernährungs-
richtlinien ist die Versorgung mit allen Makro- und Mikronährstoffen
sichergestellt – auch im Leistungssport !
(Mythos “ausgelaugte Böden“…, überschätzter Vitaminbedarf usw. )
Ein Nährstoffdefizit ist nicht auf den im Sport gesteigerten
Ein Nährstoffdefizit ist nicht auf den im Sport gesteigerten
Nährstoffumsatz zurückzuführen, sondern auf eine Ernährung,
die nicht den Erfordernissen angepasst ist.

11
Grundlagen
Zu 2:
Eine Nährstoffzufuhr, die den Bedarf
Eine Nährstoffzufuhr, die den Bedarf übersteigt, steigert weder die Gesundheit
übersteigt, steigert weder die Gesundheit
noch die körperliche Leistungsfähigkeit
noch die körperliche Leistungsfähigkeit
Aber: Eine Unterversorgung kann die Leistungsfähigkeit einschränken
Eine Unterversorgung kann die Leistungsfähigkeit einschränken
Der Ausgleich eines Nährstoffmangels kann eine Leistungssteiger
Der Ausgleich eines Nährstoffmangels kann eine Leistungssteigerung
bewirken
Nahrungsergänzungsmittel
sind dafür aber nicht erforderlich !

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Energiekonzentrate
“weight gainer“
Angebot als Pulver und Riegel oder in flüssiger Form
Angebot als Pulver und Riegel oder in flüssiger Form
nur in Ausnahmefällen zweckmäßig
- Gesamtenergiebedarf > 6000 kcal/d bzw.
- Leistungsenergiebedarf > 3000 kcal
nur bei adäquater Zusammensetzung sinnvoll
nur bei adäquater Zusammensetzung sinnvoll
- max. 30 Energie% Fett
- 15 Energie% Proteine
- 55 Energie% Kohlenhydrate
aber nur dann, wenn es nicht möglich ist,
den Energiebedarf mit “normaler“ Ernährung zu decken


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Kohlenhydratkonzentrate
meist in Pulverform zum Einrühren in Getränke oder Speisen
meist in Pulverform zum Einrühren in Getränke oder Speisen
Kohlenhydrate mit einer Oxidationsrate von 1 g/min
(Maltodextrin, Glukose, Maltose, Saccharose
Saccharose…)
Während intensiver Ausdauerbelastung schont eine regelmäßige
Während intensiver Ausdauerbelastung schont eine regelmäßige
Kohlenhydrat-Zufuhr (v.a. KH mit hohem glykämischen Index)
die Glykogenreserven der Leber Verhinderung einer
Hypoglykämie (“Hungerast“) und trägt zu einem gewissen
Prozentsatz zur muskulären Energiebereitstellung bei.
Im Anschluss an eine intensive od. lange Ausdauerbelastung
Im Anschluss an eine intensive od. lange Ausdauerbelastung
(
muskuläre Glykogendepletion) zweckmäßig zur raschen
Einleitung der Glykogen-Resynthese (“open window“,
Kombination KH + Protein noch effizienter)
Aber: Kohlenhydratreiche Lebensmittel erfüllen den gleichen Zweck !

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Proteinkonzentrate
In Pulverform oder als Riegel (Pulver: bis zu 90% Eiweiß)
Wesentlicher Bestandteil ist meist tryptisch angedautes
(in Dipeptide und Aminosäuren zerlegtes) Molkeprotein
(engl.: whey)
Ein solches Hydrolysat soll eine bessere Verfügbarkeit
der Aminosäuren ermöglichen – das ist aber nicht der
Fall (die Aminosäuren werden zwar etwas schneller
resorbiert, aber nicht in größerem Umfang)

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Proteinkonzentrate
Proteinkonzentrate werden v.a. von Kraftsportlern verwendet,
die aber nicht wesentlich mehr Eiweiß als Nicht-Sportler benötigen,
weil die bei Belastung freigesetzten Aminosäuren großteils
wiederverwertet werden.
Im Ausdauersport wird ein gewisser Anteil an glukogenen
Aminosäuren energieliefernd verbraucht (das C-Gerüst wird
oxidiert, der Stickstoff als Harnstoff ausgeschieden).
Der Proteinanteil an der muskulären Energiebereitstellung macht
beim Ausdauertraining jedoch nicht mehr als 5% aus
(selbst bei intensivster Ausdauerbelastung im Wettkampf weniger als 10%)
als 10%)
höherer Proteinbedarf im Ausdauersport als im Kraftsport !

16
Proteinkonzentrate
Angabe der Proteinzufuhr
in Energie% und bezogen auf das Körpergewicht
Die absolute Menge der Proteinzufuhr ist
1. von der Gesamtenergiezufuhr abhängig:
Beispiel:
Energiezufuhr 4000 kcal
15 Energie% = 600 kcal = ca. 140 Gramm Eiweiß
2. in Relation zum Körpergewicht zu betrachten:
- Körpergewicht von 100 kg 1.4 g/kg
- Körpergewicht von 70 kg
2.0 g/kg


Proteinkonzentrate
Bei bedarfsgerechter Energiezufuhr reichen
15 Energie% Nahrungseiweiß in jedem Fall aus,
um den Verbrauch zu kompensieren.
1.2 – 1.5 g Eiweiß/kg KG sind im Ausdauersport
für eine ausgeglichene N
für eine ausgeglichene N-Bilanz nötig.
Nicht-Sportler nehmen ca. 1.2 g EW/kg zu sich
Sportler nehmen ca. 1.2 g EW/kg zu sich
(bei natürlich geringerer Energiezufuhr geringere absolute EW-Menge)
Diese Menge kann problemlos über die “normale“ Nahrung
zugeführt werden.
Ausnahme: Veganer (kontraproduktive Ernährung !)


Proteinkonzentrate
Während der Proteinbedarf im Ausdauersport vielfach unterschätzt
Während der Proteinbedarf im Ausdauersport vielfach unterschätzt
wird, wird er im Kraftsport und vor allem im Bodybuilding in der
wird, wird er im Kraftsport und vor allem im Bodybuilding in der Regel
weit überschätzt:
Zur Erhaltung der Muskelmasse genügt eine Proteinzufuhr
von 0.8 g/kg Körpergewicht
Für einen Aufbau von Muskelmasse genügen bereits 1.2 g/kg
Mehr als 1.8 g/kg ist nicht zweckmäßig und damit nicht sinnvoll
Primär entscheidend ist der Trainingsreiz !
Die Proteinzufuhr allein lässt noch keine “Muckis wachsen“
Auch für die Versorgung des Kraftsportlers mit
Aminosäuren reichen 15 Energie% Eiweiß aus !

Proteinkonzentrate
Im Bodybuilding werden 3-4 g Eiweiß/kg zugeführt,
entsprechend 25 - 30 Energieprozent
bis zu 400 Gramm täglich !
Nicht vergessen:
Nicht vergessen: Beim Schwingen der “chemischen Keule“
Beim Schwingen der “chemischen Keule“
(androgen-anabole Steroide, HGH, Insulin, Clenbuterol
Clenbuterol…)
sind keine physiologischen Voraussetzungen gegeben !
sind keine physiologischen Voraussetzungen gegeben !
Eine übermäßige Proteinzufuhr führt nicht nur zu einer
- gesteigerten Oxidation von Aminosäuren
- erhöhten Bildung und Ausscheidung von Harnstoff
- leistungsmindernden Hyperammoniämie
- reduzierten endogenen Glutaminsynthese
sondern bedeutet auch eine übermäßige Energiezufuhr
sondern bedeutet auch eine übermäßige Energiezufuhr
positive Energiebilanz Fettspeicherung
weitere Info:
weitere Info: Der Proteinstoffwechsel



Ermittlung des Energiebedarfs und der Makronährstoffverteilung
am Beispiel der Vorbereitung auf das RAAM
(4800 km mit dem Rad non stop quer durch die U.S.A.)
Extrembedingung auch in Punkto Ernährung


Ermittlung des Energiebedarfs
mittels Spiroergometrie:
kcal pro Minute = VO2

(Sauerstoffaufnahme in Liter pro Minute) x 5
Faktor 5 = Umrechnung Liter O
Faktor 5 = Umrechnung Liter O
2kcal kcal pro Stunde = VO2
(Sauerstoffaufnahme in l/min) x 5 x 60
(Sauerstoffaufnahme in l/min) x 5 x 60
MET: metabolische
metabolische Einheit
1 MET ist die O2
-Aufnahme einer erwachsenen Person im Sitzen
= 3.5 ml VO2
pro Minute und kg Körpergewicht
kcal/min = (
kcal/min = (METs x 3.5 x kg Körpergewicht) / 200
x 3.5 x kg Körpergewicht) / 200
kcal/h = (
kcal/h = (METs x 3.5 x kg Körpergewicht) x 0.3
x 3.5 x kg Körpergewicht) x 0.3
1 MET in kcal/min = ca. 1 kcal pro kg Körpergewicht und Stunde
1 MET in kcal/min = ca. 1 kcal pro kg Körpergewicht und Stunde
(genau: 1.05 kcal/kg/h)
weitere Info:
weitere Info: Der Energieumsatz


Ermittlung des Energiebedarfs
1 MET in kcal/min = 1.05 kcal pro kg KG und Stunde
In diesem Fall (Körpergewicht 75.5 kg):
12.5 METs
fast 1000 kcal pro Stunde !
(bei einer Leistung von 280 Watt)
realistisch: max. 750 kcal/h
Leistung von ca. 200 Watt


Ermittlung des Energiebedarfs
Realisierbare Energiezufuhr: 750 kcal pro Stunde
20 Stunden reine Fahrzeit pro 24 Std
15000 kcal
Aufteilung der Makronährstoffe:
Kohlenhydrate:
ca. 70% (ca. 10500 kcal = ca. 2600 g)
Proteine:
ca. 12% (ca. 1800 kcal = ca. 430 g)
Fette:
ca. 18% (ca. 2700 kcal = ca. 300 g)


ERNÄHRUNG für HERBERT – “RAAM 2000“
A) Flüssig:

“TETRAPAK“
(Hochkalorische,
vollbilanzierte
Trinknahrung
incl.
Elektrolyte,
Spurenelemente u. Vitamine) (1 TP = 200 ml = 300 kcal)
a) ENSURE PLUS (ohne Ballaststoffe):
“TP“
Zubereitung: 200 ml TP + 200 ml Wasser (isotonisch)
= 300 kcal/400 ml + 300 ml
(hypotonisch) = 300 kcal/500 ml
b) ENERGAN PLUS oder BIOPLUS (mit Ballaststoffen):
“TP+B“ Zubereitung: 200 ml TP+B + 100 ml Wasser (isotonisch)
= 300 kcal/300 ml
+ 200 ml (hypotonisch) = 300 kcal/400 ml

ENERVIT G (Kohlenhydrate + Elektrolyte):
“ENG“
Pulver (100 g = 93 g KH = 375 Kcal), Beutel à 400 g, 1 Messbecher = 20 g =75 kcal
isotonisch = 80 g pro Liter = 300 kcal/l
Zubereitung: 4 (3) MB in 1 (0.75) Liter Wasser bzw. 2 Beutel in 10 Liter
= 300 kcal/1000 ml 225 kcal/ 750 ml 150 kcal/ 500 ml
hypotonisch: 3 (2) MB in 1 (0.75) Liter
= 225 kcal/1000 ml 150 kcal/ 750 ml

ENERVITENE (Kohlenhydrate ohne Elektrolyte, „Energiespender“) :
“ENE“
Pulver (100 g = 97 g KH = 390 kcal), 1 Messbecher = 20 g = 78 kcal
ENERVITAM SIMPLEX (verzweigtkettige Aminosäuren + Kohlenhydrate) :
“AS“
Pulver (100 g = 382 kcal), 1 Sackerl = 48 kcal (3.5 g AS +
7.5 g KH)
2 Sackerl = 96 kcal (7
g AS + 15
g KH)
“ENE+AS“
Zubereitung: 4 MB ENE + 2 AS in 1 Liter Wasser
= 400 kcal/1000 ml
3 MB + 2 AS in 0.75 l = 330 kcal/ 750 ml

SUPPE : “ SUPPE“
Zubereitung: 2 Suppenwürfel + 4 EL (50 g) Maltodextrin in ½ l Wasser
= 200 kcal/500 ml 100 kcal/250 ml

B) Fest:

ENERGY BAR (Riegel) :
“EBAR“ 1 Riegel = 150 kcal : 2 x ½ Riegel
= 2 x 75 kcal

POWER SPORT (Riegel) :
“PS“
1 Riegel = 220 kcal : 4 x ¼ Riegel
= 4 x 55 kcal

• weiters: Banane (100–150 kcal), Brot, Trockenfrüchte...
(…Schweinsbrodn mit Grammignädln, T-bone Steak, Chateaubriand, an hoibn Ochsn usw...)

Realisierte Energiezufuhr beim RAAM
max. 14000 kcal/24 Std
so gut wie ausschließlich in flüssiger Form:
- Vollbilanzierte Trinknahrung
- Kohlenhydrat-Elektrolytgetränk
Auszug aus dem Ernährungsprotokoll (Tag 6):
Energiezufuhr: 13700 kcal
Flüssigkeitszufuhr: 23.5 l

9 Tage lang 12000 – 14000 kcal
und bis 30 Liter täglich…
RAAM 2000
RAAM 1999



Sportgetränke
1. Rehydratation
2. Energielieferung

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Sportgetränke
ad 1.
Rehydratation
Schweißverlust 1-2 Liter pro Stunde je nach Belastungsintensität,
Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit
(unter Extrembedingungen noch mehr)
Bereits ein Wasserverlust von 2% führt zu einer Beeinträchtigung
der Leistungsfähigkeit
ad 2.
Energielieferung
Kohlenhydrate (in diesem Fall Zucker)
keine anderen Makronährstoffe zweckmäßig
auch kein Zusatz an Vitaminen und Spurenelementen notwendig
(ein solcher ist sogar eher kontraproduktiv)


32
Sportgetränke
Zuckerarten
Monosaccharide (Einfachzucker): -
Glukose
(Traubenzucker)
-
Fruktose
(Fruchtzucker)
Disaccharide (Zweifachzucker):
-
Saccharose
(Rohr-/Rübenzucker,
“Haushaltszucker“)
= Glukose + Fruktose
-
Maltose
(Malzzucker)
= Glukose + Glukose
Polysaccharide (Mehrfachzucker): -
Maltodextrin
kurzkettiger Mehrfachzucker
Glukose-Polymer aus 10-20 Monomeren

33
Sportgetränke
1. Magenentleerungsrate
Der wichtigste Faktor, der die Magenentleerung beeinflusst, ist der
Kohlenhydratgehalt.
Je höher der Zuckergehalt, desto langsamer die Magenentleerung
Je höher der Zuckergehalt, desto langsamer die Magenentleerung
Die
Osmolalität
(= osmolare Konzentration der gelösten Teilchen)
ist für diesen Aspekt zweitrangig, ebenso Elektrolyte und Kohlen
ist für diesen Aspekt zweitrangig, ebenso Elektrolyte und Kohlensäure
2. Absorption
Durch Zugabe von Zucker (Glukose wird aktiv durch die Zellen der
Durch Zugabe von Zucker (Glukose wird aktiv durch die Zellen der
Darmwand transportiert) sowie von Natrium, das zusammen mit
Darmwand transportiert) sowie von Natrium, das zusammen mit
Glukose transportiert wird (
Cotransport
), kann die Geschwindigkeit
der Wasserabsorption erhöht werden


Sportgetränke
Zweckmäßige Zusammensetzung
Osmolalität
290 mosm/l = isotonisch
Zuckergehalt
- 5-6% (50-60 g/l) bei ausschließlich Glukose
- 6-8% (60-80 g/l) bei Saccharose oder einer Mischung aus
Glukose/Saccharose/Maltodextrin
- bis zu 160 g/l bei ausschließlich Maltodextrin möglich
Natriumgehalt
(bzw. NaCl = Kochsalz)
400 – 800 mg/l (entspricht ca. 1-2 g NaCl/l)

35
Sportgetränke
Hypotonische Zusammensetzung:
nur 20g Zucker und dafür 1200mg Na
pro Liter (ORL = orale Rehydratationslösung):
Noch schnellere Wasserabsorption als bei isotonischer Zusammensetzung
Bei Durchfall oder sehr starkem Schweißverlust
Mit einer entsprechend größeren Trinkmenge wird auch ausreichend
Energie (in Form von Zucker) zugeführt
Hypertonische Getränke
(unverdünnte Fruchtsäfte, Soft-drinks,
Limonaden, Energy drinks) sind nicht als Sportgetränke geeignet
zuerst Sekretion von Wasser in den Darm, bis Isotonie erreicht ist,
dann erst Absorption möglich
Verdünnte Fruchtsäfte
(z.B. “Apfelschorle“) sind nur bedingt als
Sportgetränk geeignet (abgesehen von einer evtl. Fruktosemalabsorption)
Verdünnung mit Wasser 1:2 (= Mischverhältnis 1:1) od. 2:3 (= Verhältnis 2:1)
und Zusatz von Natrium bzw. NaCl (400-800mg bzw. 1-2g/l)
oder Verdünnung mit Na-reichem Mineralwasser (mind. 800mg/l)
weitere Info: Trinken im Sport


Mikronährstoffpräparate
Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Angebot als Pulver, Brausetabletten, Kapseln, Dragees
Oft Überschreitung der empfohlenen Zufuhr um das 10-fache
Nebenwirkungen (z.B. Durchfall)
Bei ausgewogener, vollwertiger Kost ist eine Mikronährstoff-
Supplemetation nicht notwendig und damit auch nicht sinnvoll.
nicht notwendig und damit auch nicht sinnvoll.
Der Bedarf an Mikronährstoffen steigt im Sport nicht
Der Bedarf an Mikronährstoffen steigt im Sport nicht
überproportional zum erhöhten Energiebedarf an.
überproportional zum erhöhten Energiebedarf an.
Der Organismus geht mit seinen Ressourcen sparsam um und
verfügt über Einsparungsmechanismen (z.B. geringerer Mineralstoff-
und Vitaminverlust mit zunehmender Schweißproduktion)
Eine Supplementation ist nur bei nachgewiesenem Mangel angezeigt
z.B. Eisen: Serum-Ferritinspiegel (Serumeisenspiegel nicht relevant)


Mikronährstoffpräparate
Eisen:
Substitution nicht nur bei Eisenmangelanämie (
Substitution nicht nur bei Eisenmangelanämie (Hb/MCH/MCV ),
im Sport bereits bei erniedrigtem Serum-Ferritin ohne Anämie sinnvoll
Gefährdet:
Menstruierende Frauen, die kein “rotes“ Fleisch essen und sportl
Menstruierende Frauen, die kein “rotes“ Fleisch essen und sportlich aktiv sind
ich aktiv sind
(v.a. Läuferinnen
. Läuferinnen – mechanische Hämolyse
Hämolyse im Bereich der Fußsohlen)
im Bereich der Fußsohlen)
vor allem dann, wenn sie eine verstärkte und/oder verlängerte Re
vor allem dann, wenn sie eine verstärkte und/oder verlängerte Regelblutung haben
gelblutung haben
so gut wie obligater (voraussagbarer!) Eisenmangel
so gut wie obligater (voraussagbarer!) Eisenmangel
Sport:
Höherer Eisenumsatz und höherer Eisenverlust (über Urin, Stuhl, Schweiß)
sowie geringere Eisenresorption im Darm
sowie geringere Eisenresorption im Darm
höherer Eisenbedarf
mindestens 3x/Wo “rotes“ Fleisch essen: effizienteste Eisenquell
mindestens 3x/Wo “rotes“ Fleisch essen: effizienteste Eisenquelle! (Häm-Eisen)
Pflanzliches Eisen (Nicht-Häm-Eisen) wird kaum resorbiert
Bei Hypermenorrhoe/Meno-/Metrorrhagie
Möglichkeit der Verringerung des Eisenverlustes mittels
durchgehender Einnahme der “Pille“ (täglich ohne Pause) oder mit
“Hormonspirale“

Ausbleiben der monatlichen Blutung Verringerung des Eisenverlustes


Mikronährstoffpräparate
Jod:
Jodierung des Speisesalzes. Seefisch 1 - 2x/Woche
Provitamin A (Beta-Carotin), Vitamin C, Vitamin E:
antioxidative
antioxidative Vitamine (“Radikalfänger“)
Oxidativer Stress bei intensivem Ausdauersport
regelmäßig Obst und grünes/rotes/gelbes Gemüse
(“bunt essen“)
Zink:
Mangelsymptome: Appetitlosigkeit, verzögerte Wundheilung, erhöhte
Infektanfälligkeit.
Effizienteste Zinkquelle: “Rotes“ Fleisch
weitere: Käse, Fisch, Gemüse, Getreideprodukte

Mikronährstoffpräparate
Magnesium:
Mangel bei zu geringer Kohlenhydratzufuhr (Eiweißdiäten !)
ausreichend Gemüse, Vollkornprodukte
Calzium:
Defizit bei
- längerfristig verminderter Energiezufuhr
- zuwenig Milch/Milchprodukte auf dem Speiseplan
(effizienteste Calziumquelle !)
Gefährdet: Langstreckenläuferinnen
Risiko: Abnahme der Knochendichte
Osteoporose
vor allem bei Oligo-/Amenorrhoe !
Calzium- und Vitamin D
und Vitamin D

-Substitution (1000mg/800 IE tgl.)
(+ HRT bei Amenorrhoe!)


Ernährungs- und stoffwechselbezogene
“Leistungsförderer“
Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte: Kreatin
Kreatin, L-Carnitin,
Pyruvat, Orotsäure, Cholin, Inositol, Hydroxycitrat (HCA),
(HCA), Coenzym Q10,
Hydroxymethylbutyrat (HMB), Alpha-Liponsäure, Stickoxid (NO), NADH
Aminosäuren: BCAA, Glutamin, Taurin, Arginin, Ornithin
Ornithin, Asparaginsäure
Fette: mittelkettige Triglyzeride
Triglyzeride (MCT), konjugierte Linolsäure (CLA)
Elektrolyte: Natrium, Magnesium, Calzium
Calzium, Kalium, Phosphor
Spurenelemente: Eisen, Zink, Selen, Chrom, Kupfer
Vitamine: “ACE“, Folsäure, Vitamin B
Sekundäre Pflanzenstoffe: Flavonoide
Enzyme: Bromelain, Papain
Alkaloide: Koffein
Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
Kreatin

Körpereigene Substanz, aus 3 Aminosäuren gebildet (Arginin, Glycin, Methionin)
Zufuhr über die Nahrung (
Zufuhr über die Nahrung (v.a. Fleisch – griech.:
griech.:
“kreat“
)

In Pulver- und Kapselform und Trinkampullen auf dem Markt
und Kapselform und Trinkampullen auf dem Markt
Einziges Supplement mit
Einziges Supplement mit ergogenem Potential im Kraft
Potential im Kraft- bzw. Kraftausdauerbereich
(aber nicht obligat bei jedermann)
Kein ergogener Effekt im Ausdauerbereich
Effekt im Ausdauerbereich (ist auch nicht zu erwarten)
(ist auch nicht zu erwarten)
Effekt
Effekt: Hinauszögern der Muskelermüdung bei wiederholten Kurzzeitbelastu
Hinauszögern der Muskelermüdung bei wiederholten Kurzzeitbelastungen mit
hoher Intensität
höheres Trainingspensum möglich Muskelmasse und Kraft
Muskelmasse und Kraft
“Lademodus
Lademodus“:
- schnell: 4x 5 Gramm täglich über 5 Tage
- langsam: 3 Gramm täglich über 30 Tage
langsam: 3 Gramm täglich über 30 Tage
Erhaltungsdosis: 2 Gramm täglich
Erhaltungsdosis: 2 Gramm täglich
Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, ausreichende Datenlage

weitere Info: Kreatin im Sport
Die muskuläre Energiebereitstellung

Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
L-Carnitin
Körpereigene Substanz, Bildung aus
Körpereigene Substanz, Bildung aus Lysin und Methionin

Zufuhr über die Nahrung (v.a. Fleisch – lat.:caro, carnis)
Angeboten als Pulver, Kapseln, Kautabletten, Sirup
Beworben als
“fatburner fatburner“
(postulierte Steigerung der Fettverbrennung)
zur
– Gewichtsreduktion (Reduktion des Körperfettanteils)

- Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit

Beides trifft nicht zu !
Eine Steigerung der Betaoxidation durch
Eine Steigerung der Betaoxidation durch L-Carnitin-Supplementation ist nicht möglich,ist nicht möglich, weil die Verfügbarkeit an Carnitin nicht der
geschwindigkeitsbestimmende Schritt des Fettabbaus ist.
Abgesehen davon wird das supplementierte Carnitin nicht einmal in die Muskelzellen aufgenommen ! ( aufgenommen ! ( “teurer Urin“))

weitere Info: Carnitin im Sport: Die Wahrheit



Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
Pyruvat
Anion der Brenztraubensäure
Zentraler intermediärer Metabolit im Kohlenhydratstoffwechsel (
im Kohlenhydratstoffwechsel (Glykolyse, Glukoneogenese)

In Form von Trinkampullen auf dem Markt (trinkfertige Lösung in Ampullen)
Bewerbung:

1. Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit: eine 7-tägige Zufuhr von
tägige Zufuhr von Pyruvat (plus Dihydroaceton
in Kombination mit KH-reicher Kost) vor einer intensiven Ausdauerbelastung soll unter Belastustung
eine gesteigerte Glukoseaufnahme in die Muskulatur bewirken
(STANKO 1990).

Fragliche Steigerung der Glukoneogenese und Glykogensynthese
Glykogensynthese in der Leber.

2. “Fett-Bremse“ durch einen hypothetischen“futile circle“ (= zweckloser Stoffwechselkreislauf):
“ (= zweckloser Stoffwechselkreislauf):
Pyruvat
Phosphoenolpyruvat
Pyruvat unter vermehrter Wärmeabgabe
unter vermehrter Wärmeabgabe
ad 1: Keine rationale Grundlage. Eine adäquate Kohlenhydratzufuhr unte
Keine rationale Grundlage. Eine adäquate Kohlenhydratzufuhr unter Belastung ist zweckmäßiger.
r Belastung ist zweckmäßiger.
Außerdem keine wissenschaftlich fundierte Evidenz
Außerdem keine wissenschaftlich fundierte Evidenz: Nur eine Studie am Menschen
: Nur eine Studie am Menschen
(STANKO 1990),
(STANKO 1990),

sonst nur tierexperimentelle Studien (an Ratten, Schweinen und Hunden).

ad 2: Kein wissenschaftlich belegter Hinweis.
Kein wissenschaftlich belegter Hinweis. Nur wenige Studien
Nur wenige Studien

(STANKO 1992, KALMAN 1999),

und diese mit methodischen Fehlern (z.B. bei der Körperfettmessung).

Außerdem:

Die in der Praxis verwendeten Dosierungen sind deutlich geringer (max. 3-6g/d, in den Produkt-

beschreibungen werden sogar nur 0.5
werden sogar nur 0.5 – 1 g/d empfohlen) als die in den Studien verwendeten (16
1 g/d empfohlen) als die in den Studien verwendeten (16–56 g/d)

Nebenwirkung: Magenbeschwerden, Durchfall)

Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
HMB
(ß-Hydroxy-ß-methylbutyrat)
1. Metabolit
Metabolit der essentiellen Aminosäure
der essentiellen Aminosäure Leucin

2. Ausgangssubstanz für die Cholesterinsynthese ( Hydroxymethylglutaryl-CoA)
In Form von Kapseln auf dem Markt
Bewerbung: Steigerung der LBM und Kraft durch eine “
: Steigerung der LBM und Kraft durch eine “antikatabole
antikatabole Wirkung“
Cholesterin wird für die Membran-Reparatur benötigt
Reparatur benötigt
Hypothese: HMB “muscle
muscle breakdown“ und muskuläre
muskuläre Regeneration
Eine HMB
HMB-Supplementation soll das Auftreten von “Muskelschäden“ durch intensives
soll das Auftreten von “Muskelschäden“ durch intensives
Training reduzieren:
- Krafttraining: 1.5 – 3 g/d
(NIESSEN 1996)

Ausdauertraining: 20km-Lauf bei Untrainierten, 6 g HMB/d über 6 Wo reduziert den
Lauf bei Untrainierten, 6 g HMB/d über 6 Wo reduziert den
CPK- und LDH-Anstieg
(KNITTER 2000)


Keine ausreichende wissenschaftliche Datenlage, widersprüchliche Ergebnisse
keine fundierte Evidenz

Fraglich ergogener Effekt bei Untrainierten, bei Trainierten kein Hinweis darauf
Effekt bei Untrainierten, bei Trainierten kein Hinweis darauf



Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte - Coenzyme
Coenzym Q10 (Ubichinon)
NADH (Coenzym 1)

Rechtlich gesehen, keine NEM, sondern illegale Arzneimittel !

Beworben mit der Fehlinformation als:

“Energielieferant in den Körperzellen“, “Herzwunder“, “Zündkerze der Zelle“,
“Energie für Geist und Körper“, “anti-aging“…
Aber: Die Energiebereitstellung in den Körperzellen ist nicht von der
Die Energiebereitstellung in den Körperzellen ist nicht von der Verfügbarkeit an
Verfügbarkeit an

Coenzymen abhängig.
Die biologische Oxidation und Phosphorylierung in der Atmungskette wird von der
in der Atmungskette wird von der

Konzentration an ADP und anorganischem Phosphat reguliert.

ATP kann nur in dem Ausmaß gebildet werden, in dem es auch verbraucht wird !
aucht wird !
Keine ernährungsphysiologische Bedeutung – Coenzyme sind kein notwendiger
Nahrungsbestandteil


Grundsätzliche Frage: Gelangt das, was ich oral zu mir nehme, überhaupt an den
erhaupt an den Wirkort ?

Keine rationale Grundlage, keine wissenschaftliche Evidenz

Nicht nur funktionell, auch rechtlich sind Coenzyme nicht als NEM anzusehen !

weitere Info:
NADH-Supplementation
Supplementation: Kritische Stellungnahme


Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte - Coenzyme
Alpha-Liponsäure
Thioctsäure
Coenzym der oxidativen Decarboxylierung
Beworben als “Aufbaubooster“:
Förderung der Nährstoffaufnahme in die Zellen
Muskulatur Hypertrophie
Keine rationale Grundlage
Keine wissenschaftliche Evidenz in diesem Zusammenhang

Medizinische Anwendung bei diabetischer Polyneuropathie
(mit fraglichem Benefit)



Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte,
die für das “Muskelwachstum“ beworben werden
Orotsäure Metabolit im Stoffwechsel der
im Stoffwechsel der Pyrimidinbasen
Bewerbung ( “wie wissenschaftliche Studien zeigen…“)

mit folgenden Behauptungen:
“…steigert die Proteinsynthese und beschleunigt damit den Muskelaufbau“
“…maximiert den Pump“
“…fördert die ATP- und Kreatinproduktion
Kreatinproduktion und optimiert dadurch Kraft und Leistung“
und optimiert dadurch Kraft und Leistung“
“…steigert die Glykogenspeicherung“
“…erhöht die Sauerstoffaufnahme und optimiert die Verwertung von Sauerstoff für mehr
Sauerstoff für mehr
Energie und Ausdauer“
“…Fähigkeit, andere Wirkstoffe bis ins Innerste der Zellen zu transportieren, dort zu
ansportieren, dort zu
speichern und zu aktivieren“
“…reduziert Stresshormone“
“…fördert die Konzentration“
“…für hart trainierende Athleten von entscheidender Bedeutung“
“…interessantester Wirkstoff für die Entwicklung der nächsten Generation an
neration an
Sportnahrung“
Keine wissenschaftliche Evidenz in diesen Zusammenhängen

Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte,
die für das “Muskelwachstum“ beworben werden
Stickoxid (NO)
Stickstoffmonoxid
Physiologie: Bildung und Freisetzung im Endothel
Endothel von Arterien
von Arterien Gefäßdilatation
Beworben als “
Molekül mit unzähligen Wirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit“
Behauptungen einschlägiger Informationsquellen:
“…aktiviert das Muskelwachstum“
“…maximiert den Pump“
“…steigert Energie, Kraft und Leistung“
“…beschleunigt die Regeneration“
“…normalisiert den Blutdruck“
“…schützt Herz und Kreislauf“
“…entspannt die Blutgefäße“
“…optimiert die Insulinsensibilität“
[Anmerkung: Der korrekte Begriff wäre “Insulinsensitivität“]
“…fördert und verstärkt die Erektion“
1. medizinische Halbwahrheiten
2. keine wissenschaftliche Evidenz bzgl. eines ergogenen Effekts



Ernährungsbezogene Substanz
Hydroxycitrat (HCA)
Organische Säure in den Früchten von
Garcinia
(Gruppe tropischer Pflanzen aus der Familie der Guttiferae)
Garcinia-Extrakte in NEM eingesetzt (selektive Anreicherung von Komponenten der Ausgangsfrucht –eigentlich nicht zugelassene Zusatzstoffe !)
Bewerbung als “Schlankheitsmittel“:
Das optische Isomer (-)Hydroxycitrat ist ein Hemmstoff des Enzyms ATP-Citrat-Lyase:
Dieses spaltet Citrat im Zytosol zu Oxalacetat und Acetyl-CoA ( Lipogenese) und nimmt damit eine Schlüsselstellung
in der Bildung von Fettsäuren und Triglyzeriden aus Kohlenhydraten ein.
Weitere diskutierte Effekte: - Carnitin-Palmitoyltransferase

-Aktivität ? ( Betaoxidation ?)
- Insulinsekretion ?
- Appetit ?
Datenlage und Beurteilung:
5 Interventionsstudien, 4 belegen einen Effekt von HCA auf die Gewichtsabnahme, aber erhebliche Mängel (methodische Fehler, zu geringe Fallzahl, bei 2 Studien nur Abstract publiziert)
Die einzige methodisch “saubere“, gut kontrollierte, randomisierte, placebokontrollierte
Doppelblindstudie konnte keine Wirkung hinsichtlich einer Gewichtsabnahme nachweisen (HEYMSFIELD 1998)
Kohlenhydrate tragen beim Menschen nur geringfügig zur Fettbildung bei (de novo-Synthese von Fett-säuren aus Glukose ist gering ausgeprägt und zudem mit einem erheblichen Energieverlust verbunden)
Keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für HCA als
“fatburner“


Ernährungsbezogene Substanz - Alkaloide
Alkaloide
Koffein
1,3,7-Trimethylxanthin
Trimethylxanthin
Eines der ältesten Genussmittel (in Kaffeebohnen, in den Beeren, Samen und Blättern des Teestrauchs,
Samen und Blättern des Teestrauchs,
der Matepflanze und des Kakao
der Matepflanze und des Kakao- und Kolabaumes, sowie im
und Kolabaumes, sowie im Guarana (aus
Paullinia cupana
gewonnen)
gewonnen)
Auch als Kautablette angeboten
Auch als Kautablette angeboten
Großhirnrinde:
Großhirnrinde: Adenosin-Rezeptor
Rezeptor-Antagonist
Aufmerksamkeit , Ermüdung
Zentral stimulierende Wirkungen (je nach Gewöhnung), körperliche
Zentral stimulierende Wirkungen (je nach Gewöhnung), körperliche Leistungsbereitschaft

Nebenwirkungen bei Koffein-Empfindlichkeit: Innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Tachykardie…
Erhöhung des Adrenalinspiegels, Steigerung der Lipolyse
Steigerung der Thermogenese
Ergogenes Potential im Ausdauerbereich (individuell)
Potential im Ausdauerbereich (individuell)
Neuere Studien zeigen jedoch keinen Einspareffekt von
Neuere Studien zeigen jedoch keinen Einspareffekt von Muskelglykogen
Muskelglykogen !
Keine Wirkung als “fatburner“ zur Gewichtsreduktion:
Nur eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie
(ASTRUP 1992)
Kombinationsstudien mit Ephedrin
Ephedrin erlauben keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit von
Koffein allein

Aminosäuren
BCAA
branched
chain
amino
acids
= verzweigtkettigte
verzweigtkettigte Aminosäuren
Valin, Leucin, Isoleucin
Hypothese 1
: Antikataboler Effekt
Effekt
Werbung:
Ideale Nahrungsergänzung zum Muskelaufbau

(meist zusammen mit Glutamin beworben)
Evidenz:
Eine BCAA-Supplementation
Supplementation hat keine nachgewiesene ergogene Wirkung
gesteigerte BCAA
BCAA-Oxidation
Oxidation
kein Proteinaufbau
möglicherweise sogar ergolytischer
Effekt durch Behinderung der aeroben Energiebereitstellung mittels Oxidation
von Fettsäuren und Glukose (WAGENMAKERS 1999)
Kein Vorteil gegenüber einer Proteinsupplementation (die aber grundsätzlich nicht
(die aber grundsätzlich nicht
notwendig ist, siehe oben) bzw. einer adäquaten Nahrungsproteinzufuhr
adäquaten Nahrungsproteinzufuhr !
Hypothese 2

: Hinauszögern bzw. Verminderung der “zentralen Ermüdung“
Aufnahme von BCAA zwecks Energiegewinnung bei intensivem Ausdauertraining
BCAA-Konzentration im Blut
Verhältnis Tryptophan zu BCAA Tryptophan-Transport ins ZNS
Serotonin zentrale Ermüdung


Metabolische Ursachen muskulärer Ermüdung
• Depletion von Kreatinphosphat
• Intrazelluläre Akkumulation von Protonen (H+) bei anaerober Glykolyse pH Enzymhemmung
• Depletion von Muskelglykogen “Mann mit dem Hammer“ weiters vermehrte Oxidation von BCAA
• Depletion von Leberglykogen Hypoglykämie = “Hungerast“ weiters freie Fettsäuren im Plasma Tryptophan
• Aminosäurenimbalanz BCAA Tryptophan
Aufnahme von Tryptophan ins Gehirn
Serotonin
“zentrale Müdigkeit“
(Hypothese)
weitere Info: Das Übertrainingssyndrom

Hypothesen zur Ursache und Entstehung des Übertrainingssyndroms
1. Hypothese der psychischen Genese
(HERXHEIMER 1930; ARMSTRONG, VAN HEEST 2002)
2. Hypothese der zentralen Schutzhemmung
(MATEEFF 1957)
3. Hypothese der Dysbalanz des autonomen Nervensystems
des autonomen Nervensystems
(ISRAEL 1958; KERESZTY 1971;
LEHMANN, DICKHUTH et al 1991, 1998)
4. Hypothese der neuroendokrinen Dysbalanz
(BARRON, NOAKES et al 1985)
5. Hypothese der Trainingsmonotonie
(FOSTER, LEHMANN 1997, 1998)
6. Hypothese des Mangels an verzweigtkettigen
verzweigtkettigen Aminosäuren
(WAGENMAKERS 1989, 1992)
7. Hypothese der Aminosäuren
Aminosäuren-Imbalanz
Imbalanz: Serotonin
Serotonin-Hypothese
Hypothese
(NEWSHOLME, PARRY-BILLINGS, BILLINGS,
BLOMSTRAND et al 1990, 1991, BLOMSTRAND et al 1990, 1991, 1992)
8. Hypothese des Glykogenmangels
(SNYDER 1995, 1997, 1998)
9. Hypothese der Zytokineffekte
(SMITH 2000, 2004)

10. Hypothese des veränderten Energiestoffwechsels
(PETIBOIS et al 2003)
11. Hypothese der Gehirnplastizität
(HOLLMANN et al 2003)


Hypothesen zum Mangel an BCAA
zu 6: (Mangel an BCAA)
BCAA sind N-Donatoren zur Bildung von Glutamin:
2-Oxoglutarat + N Glutamat
Glutamat + NH
3
+ ATP Glutamin + ADP
Chronisch verminderte Glutaminsynthese Immunschwäche,
Muskelproteinkatabolismus, Darmschleimhautatrophie
zu 7: (Serotoniin-Hypothese, Zentrale Ermüdungs-Hypothese)
BCAA und Tryptophan konkurrieren um den Eintritt ins Gehirn
Verhältnis Tryptophan zu BCAA
Tryptophanaufnahme ins Gehirn
Serotoninbildung
zentrale Müdigkeit (?)
Evidenz: BCAA-Supplementation auch diesbezüglich ohne Benefit




Weitere Aminosäuren
Glutamin, Arginin, Ornithin, Taurin
Bewerbung von Glutamin:
“…wichtigste Aminosäure für Kraft, Leistung und Muskelaufbau“
“…wichtigste Aminosäure für Kraft, Leistung und Muskelaufbau“
“…steigert Wachstumshormon um 400% und Testosteron um 200% nach
“…steigert Wachstumshormon um 400% und Testosteron um 200% nach dem Training“
dem Training“
“…beschleunigt den Muskelaufbau“
“…beschleunigt den Muskelaufbau“
“…fördert die Regeneration“
“…fördert die Regeneration“
“…Leistungssteigerung sowohl beim Kraft
“…Leistungssteigerung sowohl beim Kraft- als auch beim Ausdauersportler“
als auch beim Ausdauersportler“
Bewerbung von Arginin und Ornithin:
“Stimulation der Ausschüttung von HGH“
“Stimulation der Ausschüttung von HGH“
aber: die orale Zufuhr von Aminosäuren bewirkt keine
die orale Zufuhr von Aminosäuren bewirkt keine HGH-Sekretion !
(nur durch intravenöse Gabe möglich)
Bewerbung von Taurin:
“Aufbaubooster“:
Transport von Aufbaustoffen in die Muskelzellen , Durchblutung
, Durchblutung ,
Muskelzellvolumen
Keinerlei seriös-wissenschaftliche Belege
Wissenschaftliche Diskussion: Die Bedeutung von Glutamin für das Immunsystem
: Die Bedeutung von Glutamin für das Immunsystem

Potentielle Risiken einer Supplementation mit
Aminosäuren
AS-Imbalanz: geändertes Verhältnis der AS untereinander
geändertes Verhältnis der AS untereinander
Durch übertriebene Zufuhr bestimmter Aminosäuren kann eine AS-Dysbalanz induziert werden, die für den muskulären
muskulären Hypertrophieprozess kontraproduktiv sein kann
Hypertrophieprozess kontraproduktiv sein kann
ergolytischer Effekt
Effekt
AS-Antagonismus: Wechselwirkung strukturähnlicher AS
Betrifft v.a. die BCAA
Mögliche Wachstumsminderung durch Überschuss einer AS
ergolytischer Effekt
(zusätzlich zum potentiell ergolytischen Effekt durch
Effekt durch Behinderung der aeroben Behinderung der aeroben Energiebereitstellung, s.o.)
AS-Toxizität: Negative Auswirkungen der Überdosierung einzelner AS
Die “toxische“ Dosis hängt von der einzelnen AS ab, die höchste Toxizität haben
Methionin und Tyrosin
Tyrosin.

Fette
CLA
Konjugierte Linolsäure
Sammelbegriff für eine Gruppe von 8 geometrischen Isomeren der Linolsäure
(Linolsäure: essenzielle, zweifach ungesättigte Fettsäure)
Vorkommen in Milch und Milchprodukten sowie Rindfleisch
CLA wird in Form von Kapseln angeboten
Bekannte Wirkungen: Steigerung der Fettoxidation in der Leber und Beeinflussung
: Steigerung der Fettoxidation in der Leber und Beeinflussung
einiger Schlüsselreaktionen des Lipidstoffwechsels
- Leber: Fettsäureoxidation (infolge PPAR-Gamma-Stimulation
Stimulation) und Insulinsensitivität
- Fettgewebe: Lipoproteinlipase-Aktivität
Aktivität , Adipozyten-Differenzierung
-Fettgewebe, Leber und Muskulatur: Carnitin-Palmitoyl
Palmitoyl-transferase
transferase-Aktivität
Aktivität
- Aktivierung der hormonsensitiven Lipase
Lipase
Bewerbung: Zunahme der LBM (
: Zunahme der LBM (lean body mass)
bei gleichzeitiger Abnahme des Körperfetts (Domäne des Bodybuilding)
Aber: Im Gegensatz zum Tiermodell (Küken und Mäuse) bewirkt CLA beim M
Im Gegensatz zum Tiermodell (Küken und Mäuse) bewirkt CLA beim Menschen
keine Steigerung der Lipolyserate
Widersprüchliche Studienergebnisse bezüglich des Effekts auf die Körperzusammen
Körperzusammensetzung, die negativen Resultate überwiegen



Fette
MCT
Mittelkettige Triglyzeride (medium chain triglycerides)
(Fettsäuren mit 6, 8, 10 oder 12 C-Atomen)
Atomen)
“Das Fett, das nicht dick macht“
Meist in flüssiger Form angeboten
Ca. 10% geringerer Energiegehalt (ca. 8 kcal/g), raschere Resorption und Verstoff-
wechslung als die üblichen Nahrungsfette (LCT)
als die üblichen Nahrungsfette (LCT)
Wirkung auf die sportliche Leistung: kein ergogener Effekt nachgewiesen
Effekt nachgewiesen
Beschleunigung der Magenentleerung kohlenhydrathaltiger Getränke, allerdings bei
Aufnahme von 15 – 30 g MCT Nebenwirkungen wie Darmkrämpfe, Flatulenz, Durchfall, 30 g MCT Nebenwirkungen wie Darmkrämpfe, Flatulenz, Durchfall,
Übelkeit, Schwindel Max. Anteil an der Energiebereitstellung: unter 8% (bei entleerten Glykogenspeichern)
Nicht bestätigte Hypothese im Ausdauersport:
MCT-Supplementierung
FFS im Plasma Glykogeneinsparung
Bodybuilding: Körperfettreduktion durch MCT erwünscht…
Es gibt keine Studien, die diese Wirkung eindeutig bestätigen


Ernährungsbezogene “Leistungsförderer“
Elektrolyte
Na, Mg, Ca, K, Ph
siehe Mikronährstoffpräparate und Sportgetränke
Ergänzung:
“ZMA“
(Zink-Magnesium-Aspartat)
“…steigert freies Testosteron und Muskelkraft“, “…fördert Aufbau von Muskelmasse“,
“…reduziert die Bildung einer Gynäkomastie“, “…echte Steroidalternative“ usw…
Keinerlei wissenschaftlicher Beleg
Ergänzung:
“Basenpulver“
Mythos einer nahrungsinduzierten “Übersäuerung“
Harn-pH gibt keine Auskunft über den Säure
gibt keine Auskunft über den Säure-Basen-Haushalt
Haushalt Auch die kurzfristige metabolische
metabolische Azidose durch anaerobe
Azidose durch anaerobe Glykolyse bewirkt keine nachhaltige
“Übersäuerung“
Bicarbonat-Supplementation in Sportarten, die zur
in Sportarten, die zur muskulären
muskulären Azidose führen (z.B. 400m
Azidose führen (z.B. 400m- u 800m-Lauf)
keine signifikante Leistungssteigerung
Nebenwirkungen: Magen-Darm-Probleme
weitere Info: Die muskuläre Energiebereitstellung im Sport
Energiebereitstellung im Sport

Thema Übersäuerung


60
Ernährungsbezogene “Leistungsförderer“
Ernährungsbezogene “Leistungsförderer“
Spurenelemente
Fe, Zn, Se, Cu, Cr
siehe Mikronährstoffpräparate
siehe Mikronährstoffpräparate
Selen

Nahrungsergänzungsmittel im Sport


Autor: Dr. Kurt A. Moosburger - Quelle: http://www.dr-moosburger.at/

Auf Grund einer maschinellen Konvertierung kann diese Darstellung (noch) vom Original abweichen



“facts and fallacies“

Eine kritische Betrachtung
Fortbildungsreihe “Spezielle Ernährung”
“Zwischen Ökokost und Designerfood
Designerfood - Ernährungstrends im 21. Jahrhundert“
Ernährungstrends im 21. Jahrhundert“
St. Pölten, 10.–12. Juli 2006
Kurt A. Moosburger
Facharzt für Innere Medizin
Sportmedizin - Ernährungsmedizin
6060 Hall i.T., Thurnfeldgasse 14
http://www.dr-moosburger.at



2
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
NEM sind Lebensmittel, die dazu gedacht sind, die normale
Ernährung zu ergänzen.
Sie bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von
Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer
oder physiologischer Wirkung.
NEM werden in dosierter Form in Verkehr gebracht (Kapseln,
Pillen, Tabletten, Pastillen, Pulverbeutel, Flüssigampullen, Flaschen
mit Tropfeinsätzen usw.) zur Aufnahme in angemessenen Mengen.
(§3 Z 4 LMSVG)


3
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Dem Begriff “Nahrungsergänzungsmittel“ war zunächst der Begriff
“Verzehrprodukt“ vorausgegangen.
Verzehrprodukte waren im Sinne des bisherigen §3 LMG Stoffe, die
dazu bestimmt sind, von Menschen gegessen, gekaut oder getrunken zu
werden, ohne überwiegend Genuss- oder Ernährungszwecken zu dienen
oder Arzneimittel zu sein.
Der Gesetzgeber hat 1975 den Begriff “Verzehrprodukt“ geschaffen,
um die Lücke zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln zu schließen
und die zahlreichen Produkte, die sich in dieser “Grauzone“ bewegten,
einer gesetzlich definierten Kategorie zuzuordnen.
4
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Der Begriff “Verzehrprodukt“ fand sich nur im österreichischen
Lebensmittelrecht und sonst in keiner Rechtsordnung anderer EU-
Mitgliedsstaaten.
Der Gesetzgeber hatte zunächst an Produkte wie zuckerfreien Kaugummi
Raucherentwöhnungsbonbons, Magenfüllsubstanzen und dgl. gedacht.
Der Großteil der Verzehrprodukte (in Deutschland schon früher NEM
genannt) bestand aber bald aus Produkten, die Vitamine, Mineralstoffe,
Spurenelemente und sonstige Substanzen (in jüngerer Zeit zunehmend
pflanzliche Wirkstoffe) enthielten.
Charakteristische Verabreichungsform von Verzehrprodukten:
Kapseln und Tabletten.
5
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Mit der am 15. August 2003 in Kraft getretenen LMG-Novelle wurde
der Begriff “Verzehrprodukt“ durch “Nahrungsergänzungsmittel“
ersetzt und dieses neu definiert.
Die Begriffsbestimmung des §3 Z 4 LMSVG entspricht derjenigen des
Art.2 der Nahrungsergänzungsmittel

-Richtlinie 2002/46/EG.
Neu ist, dass die Nahrungsergänzungsmittel dem Oberbegriff
“Lebensmittel“ zugeordnet werden.
(Die bisherigen Verzehrprodukte waren eine eigene Kategorie).

6
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
NEM werden (so wie früher die Verzehrprodukte) im Hinblick auf die
für sie charakteristischen Inhaltsstoffe oft mit gesundheitsbezogenen
Angaben in Verkehr gebracht.
Damit nähern sie sich in ihrer Erscheinungsform tendenziell den
Arzneimitteln an.
Ungeachtet der bisherigen Anmeldungs- und Zulassungsverfahren
(auch unter dem dzt. Gesetzgeber, der nur eine “Meldung“ vorsieht)
bewegt sich ein beträchtlicher Teil der NEM im illegalen Bereich,
wodurch wieder eine “Grauzone“ entstanden ist.

7
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Supplemente
Zusammenfassung:
NEM sind Produkte in arzneitypischer Darreichung
(Kapseln, Tabletten, Pulverbeutel, Trinkampullen…),
die Nährstoffe und sonstige Substanzen mit
ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung
enthalten und zur Ergänzung der täglichen Nahrung
gedacht sind.
Erst seit wenigen Jahren gibt es besondere Rechts-
vorschriften für diese Präparate.
Trotzdem gibt es nach wie vor eine “Grauzone“.


Nahrungsergänzungsmittel im Sport
Ergogene Supplemente ?
1. Energiekonzentrate (“weight gainer“)
2. Kohlenhydratkonzentrate
3. Proteinkonzentrate
4. Sportgetränke
5. Mikronährstoff-Präparate
6. Ernährungs- u. stoffwechselbezogene “Leistungsförderer“

9
Grundlagen
Zwei Prinzipien stellen die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmi
Zwei Prinzipien stellen die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln
grundsätzlich in Frage:
1. Es gibt keinen Nährstoff, dessen Bedarf
überproportional zum Energiebedarf ansteigt.
2. Eine Nährstoffzufuhr, die den Bedarf übersteigt,
steigert weder die Gesundheit noch die körperliche
Leistungsfähigkeit.

10
Grundlagen
Zu 1:
Es gibt keinen Nährstoff, dessen Bedarf überproportional zum Ene
Es gibt keinen Nährstoff, dessen Bedarf überproportional zum Energiebedarf ansteigt
rgiebedarf ansteigt
Bei bedarfsgerechter Energiezufuhr und abwechslungsreicher,
Bei bedarfsgerechter Energiezufuhr und abwechslungsreicher,
ausgewogener Mischkost nach den evidenzbasierten Ernährungs
ausgewogener Mischkost nach den evidenzbasierten Ernährungs-
richtlinien ist die Versorgung mit allen Makro- und Mikronährstoffen
sichergestellt – auch im Leistungssport !
(Mythos “ausgelaugte Böden“…, überschätzter Vitaminbedarf usw. )
Ein Nährstoffdefizit ist nicht auf den im Sport gesteigerten
Ein Nährstoffdefizit ist nicht auf den im Sport gesteigerten
Nährstoffumsatz zurückzuführen, sondern auf eine Ernährung,
die nicht den Erfordernissen angepasst ist.

11
Grundlagen
Zu 2:
Eine Nährstoffzufuhr, die den Bedarf
Eine Nährstoffzufuhr, die den Bedarf übersteigt, steigert weder die Gesundheit
übersteigt, steigert weder die Gesundheit
noch die körperliche Leistungsfähigkeit
noch die körperliche Leistungsfähigkeit
Aber: Eine Unterversorgung kann die Leistungsfähigkeit einschränken
Eine Unterversorgung kann die Leistungsfähigkeit einschränken
Der Ausgleich eines Nährstoffmangels kann eine Leistungssteiger
Der Ausgleich eines Nährstoffmangels kann eine Leistungssteigerung
bewirken
Nahrungsergänzungsmittel
sind dafür aber nicht erforderlich !

12
Energiekonzentrate
“weight gainer“
Angebot als Pulver und Riegel oder in flüssiger Form
Angebot als Pulver und Riegel oder in flüssiger Form
nur in Ausnahmefällen zweckmäßig
- Gesamtenergiebedarf > 6000 kcal/d bzw.
- Leistungsenergiebedarf > 3000 kcal
nur bei adäquater Zusammensetzung sinnvoll
nur bei adäquater Zusammensetzung sinnvoll
- max. 30 Energie% Fett
- 15 Energie% Proteine
- 55 Energie% Kohlenhydrate
aber nur dann, wenn es nicht möglich ist,
den Energiebedarf mit “normaler“ Ernährung zu decken


13
Kohlenhydratkonzentrate
meist in Pulverform zum Einrühren in Getränke oder Speisen
meist in Pulverform zum Einrühren in Getränke oder Speisen
Kohlenhydrate mit einer Oxidationsrate von 1 g/min
(Maltodextrin, Glukose, Maltose, Saccharose
Saccharose…)
Während intensiver Ausdauerbelastung schont eine regelmäßige
Während intensiver Ausdauerbelastung schont eine regelmäßige
Kohlenhydrat-Zufuhr (v.a. KH mit hohem glykämischen Index)
die Glykogenreserven der Leber Verhinderung einer
Hypoglykämie (“Hungerast“) und trägt zu einem gewissen
Prozentsatz zur muskulären Energiebereitstellung bei.
Im Anschluss an eine intensive od. lange Ausdauerbelastung
Im Anschluss an eine intensive od. lange Ausdauerbelastung
(
muskuläre Glykogendepletion) zweckmäßig zur raschen
Einleitung der Glykogen-Resynthese (“open window“,
Kombination KH + Protein noch effizienter)
Aber: Kohlenhydratreiche Lebensmittel erfüllen den gleichen Zweck !

14
Proteinkonzentrate
In Pulverform oder als Riegel (Pulver: bis zu 90% Eiweiß)
Wesentlicher Bestandteil ist meist tryptisch angedautes
(in Dipeptide und Aminosäuren zerlegtes) Molkeprotein
(engl.: whey)
Ein solches Hydrolysat soll eine bessere Verfügbarkeit
der Aminosäuren ermöglichen – das ist aber nicht der
Fall (die Aminosäuren werden zwar etwas schneller
resorbiert, aber nicht in größerem Umfang)

15
Proteinkonzentrate
Proteinkonzentrate werden v.a. von Kraftsportlern verwendet,
die aber nicht wesentlich mehr Eiweiß als Nicht-Sportler benötigen,
weil die bei Belastung freigesetzten Aminosäuren großteils
wiederverwertet werden.
Im Ausdauersport wird ein gewisser Anteil an glukogenen
Aminosäuren energieliefernd verbraucht (das C-Gerüst wird
oxidiert, der Stickstoff als Harnstoff ausgeschieden).
Der Proteinanteil an der muskulären Energiebereitstellung macht
beim Ausdauertraining jedoch nicht mehr als 5% aus
(selbst bei intensivster Ausdauerbelastung im Wettkampf weniger als 10%)
als 10%)
höherer Proteinbedarf im Ausdauersport als im Kraftsport !

16
Proteinkonzentrate
Angabe der Proteinzufuhr
in Energie% und bezogen auf das Körpergewicht
Die absolute Menge der Proteinzufuhr ist
1. von der Gesamtenergiezufuhr abhängig:
Beispiel:
Energiezufuhr 4000 kcal
15 Energie% = 600 kcal = ca. 140 Gramm Eiweiß
2. in Relation zum Körpergewicht zu betrachten:
- Körpergewicht von 100 kg 1.4 g/kg
- Körpergewicht von 70 kg
2.0 g/kg


Proteinkonzentrate
Bei bedarfsgerechter Energiezufuhr reichen
15 Energie% Nahrungseiweiß in jedem Fall aus,
um den Verbrauch zu kompensieren.
1.2 – 1.5 g Eiweiß/kg KG sind im Ausdauersport
für eine ausgeglichene N
für eine ausgeglichene N-Bilanz nötig.
Nicht-Sportler nehmen ca. 1.2 g EW/kg zu sich
Sportler nehmen ca. 1.2 g EW/kg zu sich
(bei natürlich geringerer Energiezufuhr geringere absolute EW-Menge)
Diese Menge kann problemlos über die “normale“ Nahrung
zugeführt werden.
Ausnahme: Veganer (kontraproduktive Ernährung !)


Proteinkonzentrate
Während der Proteinbedarf im Ausdauersport vielfach unterschätzt
Während der Proteinbedarf im Ausdauersport vielfach unterschätzt
wird, wird er im Kraftsport und vor allem im Bodybuilding in der
wird, wird er im Kraftsport und vor allem im Bodybuilding in der Regel
weit überschätzt:
Zur Erhaltung der Muskelmasse genügt eine Proteinzufuhr
von 0.8 g/kg Körpergewicht
Für einen Aufbau von Muskelmasse genügen bereits 1.2 g/kg
Mehr als 1.8 g/kg ist nicht zweckmäßig und damit nicht sinnvoll
Primär entscheidend ist der Trainingsreiz !
Die Proteinzufuhr allein lässt noch keine “Muckis wachsen“
Auch für die Versorgung des Kraftsportlers mit
Aminosäuren reichen 15 Energie% Eiweiß aus !

Proteinkonzentrate
Im Bodybuilding werden 3-4 g Eiweiß/kg zugeführt,
entsprechend 25 - 30 Energieprozent
bis zu 400 Gramm täglich !
Nicht vergessen:
Nicht vergessen: Beim Schwingen der “chemischen Keule“
Beim Schwingen der “chemischen Keule“
(androgen-anabole Steroide, HGH, Insulin, Clenbuterol
Clenbuterol…)
sind keine physiologischen Voraussetzungen gegeben !
sind keine physiologischen Voraussetzungen gegeben !
Eine übermäßige Proteinzufuhr führt nicht nur zu einer
- gesteigerten Oxidation von Aminosäuren
- erhöhten Bildung und Ausscheidung von Harnstoff
- leistungsmindernden Hyperammoniämie
- reduzierten endogenen Glutaminsynthese
sondern bedeutet auch eine übermäßige Energiezufuhr
sondern bedeutet auch eine übermäßige Energiezufuhr
positive Energiebilanz Fettspeicherung
weitere Info:
weitere Info: Der Proteinstoffwechsel



Ermittlung des Energiebedarfs und der Makronährstoffverteilung
am Beispiel der Vorbereitung auf das RAAM
(4800 km mit dem Rad non stop quer durch die U.S.A.)
Extrembedingung auch in Punkto Ernährung


Ermittlung des Energiebedarfs
mittels Spiroergometrie:
kcal pro Minute = VO2

(Sauerstoffaufnahme in Liter pro Minute) x 5
Faktor 5 = Umrechnung Liter O
Faktor 5 = Umrechnung Liter O
2kcal kcal pro Stunde = VO2
(Sauerstoffaufnahme in l/min) x 5 x 60
(Sauerstoffaufnahme in l/min) x 5 x 60
MET: metabolische
metabolische Einheit
1 MET ist die O2
-Aufnahme einer erwachsenen Person im Sitzen
= 3.5 ml VO2
pro Minute und kg Körpergewicht
kcal/min = (
kcal/min = (METs x 3.5 x kg Körpergewicht) / 200
x 3.5 x kg Körpergewicht) / 200
kcal/h = (
kcal/h = (METs x 3.5 x kg Körpergewicht) x 0.3
x 3.5 x kg Körpergewicht) x 0.3
1 MET in kcal/min = ca. 1 kcal pro kg Körpergewicht und Stunde
1 MET in kcal/min = ca. 1 kcal pro kg Körpergewicht und Stunde
(genau: 1.05 kcal/kg/h)
weitere Info:
weitere Info: Der Energieumsatz


Ermittlung des Energiebedarfs
1 MET in kcal/min = 1.05 kcal pro kg KG und Stunde
In diesem Fall (Körpergewicht 75.5 kg):
12.5 METs
fast 1000 kcal pro Stunde !
(bei einer Leistung von 280 Watt)
realistisch: max. 750 kcal/h
Leistung von ca. 200 Watt


Ermittlung des Energiebedarfs
Realisierbare Energiezufuhr: 750 kcal pro Stunde
20 Stunden reine Fahrzeit pro 24 Std
15000 kcal
Aufteilung der Makronährstoffe:
Kohlenhydrate:
ca. 70% (ca. 10500 kcal = ca. 2600 g)
Proteine:
ca. 12% (ca. 1800 kcal = ca. 430 g)
Fette:
ca. 18% (ca. 2700 kcal = ca. 300 g)


ERNÄHRUNG für HERBERT – “RAAM 2000“
A) Flüssig:

“TETRAPAK“
(Hochkalorische,
vollbilanzierte
Trinknahrung
incl.
Elektrolyte,
Spurenelemente u. Vitamine) (1 TP = 200 ml = 300 kcal)
a) ENSURE PLUS (ohne Ballaststoffe):
“TP“
Zubereitung: 200 ml TP + 200 ml Wasser (isotonisch)
= 300 kcal/400 ml + 300 ml
(hypotonisch) = 300 kcal/500 ml
b) ENERGAN PLUS oder BIOPLUS (mit Ballaststoffen):
“TP+B“ Zubereitung: 200 ml TP+B + 100 ml Wasser (isotonisch)
= 300 kcal/300 ml
+ 200 ml (hypotonisch) = 300 kcal/400 ml

ENERVIT G (Kohlenhydrate + Elektrolyte):
“ENG“
Pulver (100 g = 93 g KH = 375 Kcal), Beutel à 400 g, 1 Messbecher = 20 g =75 kcal
isotonisch = 80 g pro Liter = 300 kcal/l
Zubereitung: 4 (3) MB in 1 (0.75) Liter Wasser bzw. 2 Beutel in 10 Liter
= 300 kcal/1000 ml 225 kcal/ 750 ml 150 kcal/ 500 ml
hypotonisch: 3 (2) MB in 1 (0.75) Liter
= 225 kcal/1000 ml 150 kcal/ 750 ml

ENERVITENE (Kohlenhydrate ohne Elektrolyte, „Energiespender“) :
“ENE“
Pulver (100 g = 97 g KH = 390 kcal), 1 Messbecher = 20 g = 78 kcal
ENERVITAM SIMPLEX (verzweigtkettige Aminosäuren + Kohlenhydrate) :
“AS“
Pulver (100 g = 382 kcal), 1 Sackerl = 48 kcal (3.5 g AS +
7.5 g KH)
2 Sackerl = 96 kcal (7
g AS + 15
g KH)
“ENE+AS“
Zubereitung: 4 MB ENE + 2 AS in 1 Liter Wasser
= 400 kcal/1000 ml
3 MB + 2 AS in 0.75 l = 330 kcal/ 750 ml

SUPPE : “ SUPPE“
Zubereitung: 2 Suppenwürfel + 4 EL (50 g) Maltodextrin in ½ l Wasser
= 200 kcal/500 ml 100 kcal/250 ml

B) Fest:

ENERGY BAR (Riegel) :
“EBAR“ 1 Riegel = 150 kcal : 2 x ½ Riegel
= 2 x 75 kcal

POWER SPORT (Riegel) :
“PS“
1 Riegel = 220 kcal : 4 x ¼ Riegel
= 4 x 55 kcal

• weiters: Banane (100–150 kcal), Brot, Trockenfrüchte...
(…Schweinsbrodn mit Grammignädln, T-bone Steak, Chateaubriand, an hoibn Ochsn usw...)

Realisierte Energiezufuhr beim RAAM
max. 14000 kcal/24 Std
so gut wie ausschließlich in flüssiger Form:
- Vollbilanzierte Trinknahrung
- Kohlenhydrat-Elektrolytgetränk
Auszug aus dem Ernährungsprotokoll (Tag 6):
Energiezufuhr: 13700 kcal
Flüssigkeitszufuhr: 23.5 l

9 Tage lang 12000 – 14000 kcal
und bis 30 Liter täglich…
RAAM 2000
RAAM 1999



Sportgetränke
1. Rehydratation
2. Energielieferung

31
Sportgetränke
ad 1.
Rehydratation
Schweißverlust 1-2 Liter pro Stunde je nach Belastungsintensität,
Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit
(unter Extrembedingungen noch mehr)
Bereits ein Wasserverlust von 2% führt zu einer Beeinträchtigung
der Leistungsfähigkeit
ad 2.
Energielieferung
Kohlenhydrate (in diesem Fall Zucker)
keine anderen Makronährstoffe zweckmäßig
auch kein Zusatz an Vitaminen und Spurenelementen notwendig
(ein solcher ist sogar eher kontraproduktiv)


32
Sportgetränke
Zuckerarten
Monosaccharide (Einfachzucker): -
Glukose
(Traubenzucker)
-
Fruktose
(Fruchtzucker)
Disaccharide (Zweifachzucker):
-
Saccharose
(Rohr-/Rübenzucker,
“Haushaltszucker“)
= Glukose + Fruktose
-
Maltose
(Malzzucker)
= Glukose + Glukose
Polysaccharide (Mehrfachzucker): -
Maltodextrin
kurzkettiger Mehrfachzucker
Glukose-Polymer aus 10-20 Monomeren

33
Sportgetränke
1. Magenentleerungsrate
Der wichtigste Faktor, der die Magenentleerung beeinflusst, ist der
Kohlenhydratgehalt.
Je höher der Zuckergehalt, desto langsamer die Magenentleerung
Je höher der Zuckergehalt, desto langsamer die Magenentleerung
Die
Osmolalität
(= osmolare Konzentration der gelösten Teilchen)
ist für diesen Aspekt zweitrangig, ebenso Elektrolyte und Kohlen
ist für diesen Aspekt zweitrangig, ebenso Elektrolyte und Kohlensäure
2. Absorption
Durch Zugabe von Zucker (Glukose wird aktiv durch die Zellen der
Durch Zugabe von Zucker (Glukose wird aktiv durch die Zellen der
Darmwand transportiert) sowie von Natrium, das zusammen mit
Darmwand transportiert) sowie von Natrium, das zusammen mit
Glukose transportiert wird (
Cotransport
), kann die Geschwindigkeit
der Wasserabsorption erhöht werden


Sportgetränke
Zweckmäßige Zusammensetzung
Osmolalität
290 mosm/l = isotonisch
Zuckergehalt
- 5-6% (50-60 g/l) bei ausschließlich Glukose
- 6-8% (60-80 g/l) bei Saccharose oder einer Mischung aus
Glukose/Saccharose/Maltodextrin
- bis zu 160 g/l bei ausschließlich Maltodextrin möglich
Natriumgehalt
(bzw. NaCl = Kochsalz)
400 – 800 mg/l (entspricht ca. 1-2 g NaCl/l)

35
Sportgetränke
Hypotonische Zusammensetzung:
nur 20g Zucker und dafür 1200mg Na
pro Liter (ORL = orale Rehydratationslösung):
Noch schnellere Wasserabsorption als bei isotonischer Zusammensetzung
Bei Durchfall oder sehr starkem Schweißverlust
Mit einer entsprechend größeren Trinkmenge wird auch ausreichend
Energie (in Form von Zucker) zugeführt
Hypertonische Getränke
(unverdünnte Fruchtsäfte, Soft-drinks,
Limonaden, Energy drinks) sind nicht als Sportgetränke geeignet
zuerst Sekretion von Wasser in den Darm, bis Isotonie erreicht ist,
dann erst Absorption möglich
Verdünnte Fruchtsäfte
(z.B. “Apfelschorle“) sind nur bedingt als
Sportgetränk geeignet (abgesehen von einer evtl. Fruktosemalabsorption)
Verdünnung mit Wasser 1:2 (= Mischverhältnis 1:1) od. 2:3 (= Verhältnis 2:1)
und Zusatz von Natrium bzw. NaCl (400-800mg bzw. 1-2g/l)
oder Verdünnung mit Na-reichem Mineralwasser (mind. 800mg/l)
weitere Info: Trinken im Sport


Mikronährstoffpräparate
Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Angebot als Pulver, Brausetabletten, Kapseln, Dragees
Oft Überschreitung der empfohlenen Zufuhr um das 10-fache
Nebenwirkungen (z.B. Durchfall)
Bei ausgewogener, vollwertiger Kost ist eine Mikronährstoff-
Supplemetation nicht notwendig und damit auch nicht sinnvoll.
nicht notwendig und damit auch nicht sinnvoll.
Der Bedarf an Mikronährstoffen steigt im Sport nicht
Der Bedarf an Mikronährstoffen steigt im Sport nicht
überproportional zum erhöhten Energiebedarf an.
überproportional zum erhöhten Energiebedarf an.
Der Organismus geht mit seinen Ressourcen sparsam um und
verfügt über Einsparungsmechanismen (z.B. geringerer Mineralstoff-
und Vitaminverlust mit zunehmender Schweißproduktion)
Eine Supplementation ist nur bei nachgewiesenem Mangel angezeigt
z.B. Eisen: Serum-Ferritinspiegel (Serumeisenspiegel nicht relevant)


Mikronährstoffpräparate
Eisen:
Substitution nicht nur bei Eisenmangelanämie (
Substitution nicht nur bei Eisenmangelanämie (Hb/MCH/MCV ),
im Sport bereits bei erniedrigtem Serum-Ferritin ohne Anämie sinnvoll
Gefährdet:
Menstruierende Frauen, die kein “rotes“ Fleisch essen und sportl
Menstruierende Frauen, die kein “rotes“ Fleisch essen und sportlich aktiv sind
ich aktiv sind
(v.a. Läuferinnen
. Läuferinnen – mechanische Hämolyse
Hämolyse im Bereich der Fußsohlen)
im Bereich der Fußsohlen)
vor allem dann, wenn sie eine verstärkte und/oder verlängerte Re
vor allem dann, wenn sie eine verstärkte und/oder verlängerte Regelblutung haben
gelblutung haben
so gut wie obligater (voraussagbarer!) Eisenmangel
so gut wie obligater (voraussagbarer!) Eisenmangel
Sport:
Höherer Eisenumsatz und höherer Eisenverlust (über Urin, Stuhl, Schweiß)
sowie geringere Eisenresorption im Darm
sowie geringere Eisenresorption im Darm
höherer Eisenbedarf
mindestens 3x/Wo “rotes“ Fleisch essen: effizienteste Eisenquell
mindestens 3x/Wo “rotes“ Fleisch essen: effizienteste Eisenquelle! (Häm-Eisen)
Pflanzliches Eisen (Nicht-Häm-Eisen) wird kaum resorbiert
Bei Hypermenorrhoe/Meno-/Metrorrhagie
Möglichkeit der Verringerung des Eisenverlustes mittels
durchgehender Einnahme der “Pille“ (täglich ohne Pause) oder mit
“Hormonspirale“

Ausbleiben der monatlichen Blutung Verringerung des Eisenverlustes


Mikronährstoffpräparate
Jod:
Jodierung des Speisesalzes. Seefisch 1 - 2x/Woche
Provitamin A (Beta-Carotin), Vitamin C, Vitamin E:
antioxidative
antioxidative Vitamine (“Radikalfänger“)
Oxidativer Stress bei intensivem Ausdauersport
regelmäßig Obst und grünes/rotes/gelbes Gemüse
(“bunt essen“)
Zink:
Mangelsymptome: Appetitlosigkeit, verzögerte Wundheilung, erhöhte
Infektanfälligkeit.
Effizienteste Zinkquelle: “Rotes“ Fleisch
weitere: Käse, Fisch, Gemüse, Getreideprodukte

Mikronährstoffpräparate
Magnesium:
Mangel bei zu geringer Kohlenhydratzufuhr (Eiweißdiäten !)
ausreichend Gemüse, Vollkornprodukte
Calzium:
Defizit bei
- längerfristig verminderter Energiezufuhr
- zuwenig Milch/Milchprodukte auf dem Speiseplan
(effizienteste Calziumquelle !)
Gefährdet: Langstreckenläuferinnen
Risiko: Abnahme der Knochendichte
Osteoporose
vor allem bei Oligo-/Amenorrhoe !
Calzium- und Vitamin D
und Vitamin D

-Substitution (1000mg/800 IE tgl.)
(+ HRT bei Amenorrhoe!)


Ernährungs- und stoffwechselbezogene
“Leistungsförderer“
Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte: Kreatin
Kreatin, L-Carnitin,
Pyruvat, Orotsäure, Cholin, Inositol, Hydroxycitrat (HCA),
(HCA), Coenzym Q10,
Hydroxymethylbutyrat (HMB), Alpha-Liponsäure, Stickoxid (NO), NADH
Aminosäuren: BCAA, Glutamin, Taurin, Arginin, Ornithin
Ornithin, Asparaginsäure
Fette: mittelkettige Triglyzeride
Triglyzeride (MCT), konjugierte Linolsäure (CLA)
Elektrolyte: Natrium, Magnesium, Calzium
Calzium, Kalium, Phosphor
Spurenelemente: Eisen, Zink, Selen, Chrom, Kupfer
Vitamine: “ACE“, Folsäure, Vitamin B
Sekundäre Pflanzenstoffe: Flavonoide
Enzyme: Bromelain, Papain
Alkaloide: Koffein
Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
Kreatin

Körpereigene Substanz, aus 3 Aminosäuren gebildet (Arginin, Glycin, Methionin)
Zufuhr über die Nahrung (
Zufuhr über die Nahrung (v.a. Fleisch – griech.:
griech.:
“kreat“
)

In Pulver- und Kapselform und Trinkampullen auf dem Markt
und Kapselform und Trinkampullen auf dem Markt
Einziges Supplement mit
Einziges Supplement mit ergogenem Potential im Kraft
Potential im Kraft- bzw. Kraftausdauerbereich
(aber nicht obligat bei jedermann)
Kein ergogener Effekt im Ausdauerbereich
Effekt im Ausdauerbereich (ist auch nicht zu erwarten)
(ist auch nicht zu erwarten)
Effekt
Effekt: Hinauszögern der Muskelermüdung bei wiederholten Kurzzeitbelastu
Hinauszögern der Muskelermüdung bei wiederholten Kurzzeitbelastungen mit
hoher Intensität
höheres Trainingspensum möglich Muskelmasse und Kraft
Muskelmasse und Kraft
“Lademodus
Lademodus“:
- schnell: 4x 5 Gramm täglich über 5 Tage
- langsam: 3 Gramm täglich über 30 Tage
langsam: 3 Gramm täglich über 30 Tage
Erhaltungsdosis: 2 Gramm täglich
Erhaltungsdosis: 2 Gramm täglich
Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, ausreichende Datenlage

weitere Info: Kreatin im Sport
Die muskuläre Energiebereitstellung

Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
L-Carnitin
Körpereigene Substanz, Bildung aus
Körpereigene Substanz, Bildung aus Lysin und Methionin

Zufuhr über die Nahrung (v.a. Fleisch – lat.:caro, carnis)
Angeboten als Pulver, Kapseln, Kautabletten, Sirup
Beworben als
“fatburner fatburner“
(postulierte Steigerung der Fettverbrennung)
zur
– Gewichtsreduktion (Reduktion des Körperfettanteils)

- Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit

Beides trifft nicht zu !
Eine Steigerung der Betaoxidation durch
Eine Steigerung der Betaoxidation durch L-Carnitin-Supplementation ist nicht möglich,ist nicht möglich, weil die Verfügbarkeit an Carnitin nicht der
geschwindigkeitsbestimmende Schritt des Fettabbaus ist.
Abgesehen davon wird das supplementierte Carnitin nicht einmal in die Muskelzellen aufgenommen ! ( aufgenommen ! ( “teurer Urin“))

weitere Info: Carnitin im Sport: Die Wahrheit



Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
Pyruvat
Anion der Brenztraubensäure
Zentraler intermediärer Metabolit im Kohlenhydratstoffwechsel (
im Kohlenhydratstoffwechsel (Glykolyse, Glukoneogenese)

In Form von Trinkampullen auf dem Markt (trinkfertige Lösung in Ampullen)
Bewerbung:

1. Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit: eine 7-tägige Zufuhr von
tägige Zufuhr von Pyruvat (plus Dihydroaceton
in Kombination mit KH-reicher Kost) vor einer intensiven Ausdauerbelastung soll unter Belastustung
eine gesteigerte Glukoseaufnahme in die Muskulatur bewirken
(STANKO 1990).

Fragliche Steigerung der Glukoneogenese und Glykogensynthese
Glykogensynthese in der Leber.

2. “Fett-Bremse“ durch einen hypothetischen“futile circle“ (= zweckloser Stoffwechselkreislauf):
“ (= zweckloser Stoffwechselkreislauf):
Pyruvat
Phosphoenolpyruvat
Pyruvat unter vermehrter Wärmeabgabe
unter vermehrter Wärmeabgabe
ad 1: Keine rationale Grundlage. Eine adäquate Kohlenhydratzufuhr unte
Keine rationale Grundlage. Eine adäquate Kohlenhydratzufuhr unter Belastung ist zweckmäßiger.
r Belastung ist zweckmäßiger.
Außerdem keine wissenschaftlich fundierte Evidenz
Außerdem keine wissenschaftlich fundierte Evidenz: Nur eine Studie am Menschen
: Nur eine Studie am Menschen
(STANKO 1990),
(STANKO 1990),

sonst nur tierexperimentelle Studien (an Ratten, Schweinen und Hunden).

ad 2: Kein wissenschaftlich belegter Hinweis.
Kein wissenschaftlich belegter Hinweis. Nur wenige Studien
Nur wenige Studien

(STANKO 1992, KALMAN 1999),

und diese mit methodischen Fehlern (z.B. bei der Körperfettmessung).

Außerdem:

Die in der Praxis verwendeten Dosierungen sind deutlich geringer (max. 3-6g/d, in den Produkt-

beschreibungen werden sogar nur 0.5
werden sogar nur 0.5 – 1 g/d empfohlen) als die in den Studien verwendeten (16
1 g/d empfohlen) als die in den Studien verwendeten (16–56 g/d)

Nebenwirkung: Magenbeschwerden, Durchfall)

Körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte
HMB
(ß-Hydroxy-ß-methylbutyrat)
1. Metabolit
Metabolit der essentiellen Aminosäure
der essentiellen Aminosäure Leucin

2. Ausgangssubstanz für die Cholesterinsynthese ( Hydroxymethylglutaryl-CoA)
In Form von Kapseln auf dem Markt
Bewerbung: Steigerung der LBM und Kraft durch eine “
: Steigerung der LBM und Kraft durch eine “antikatabole
antikatabole Wirkung“
Cholesterin wird für die Membran-Reparatur benötigt
Reparatur benötigt
Hypothese: HMB “muscle
muscle breakdown“ und muskuläre
muskuläre Regeneration
Eine HMB
HMB-Supplementation soll das Auftreten von “Muskelschäden“ durch intensives
soll das Auftreten von “Muskelschäden“ durch intensives
Training reduzieren:
- Krafttraining: 1.5 – 3 g/d
(NIESSEN 1996)

Ausdauertraining: 20km-Lauf bei Untrainierten, 6 g HMB/d über 6 Wo reduziert den
Lauf bei Untrainierten, 6 g HMB/d über 6 Wo reduziert den
CPK- und LDH-Anstieg
(KNITTER 2000)


Keine ausreichende wissenschaftliche Datenlage, widersprüchliche Ergebnisse
keine fundierte Evidenz

Fraglich ergogener Effekt bei Untrainierten, bei Trainierten kein Hinweis darauf
Effekt bei Untrainierten, bei Trainierten kein Hinweis darauf



Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte - Coenzyme
Coenzym Q10 (Ubichinon)
NADH (Coenzym 1)

Rechtlich gesehen, keine NEM, sondern illegale Arzneimittel !

Beworben mit der Fehlinformation als:

“Energielieferant in den Körperzellen“, “Herzwunder“, “Zündkerze der Zelle“,
“Energie für Geist und Körper“, “anti-aging“…
Aber: Die Energiebereitstellung in den Körperzellen ist nicht von der
Die Energiebereitstellung in den Körperzellen ist nicht von der Verfügbarkeit an
Verfügbarkeit an

Coenzymen abhängig.
Die biologische Oxidation und Phosphorylierung in der Atmungskette wird von der
in der Atmungskette wird von der

Konzentration an ADP und anorganischem Phosphat reguliert.

ATP kann nur in dem Ausmaß gebildet werden, in dem es auch verbraucht wird !
aucht wird !
Keine ernährungsphysiologische Bedeutung – Coenzyme sind kein notwendiger
Nahrungsbestandteil


Grundsätzliche Frage: Gelangt das, was ich oral zu mir nehme, überhaupt an den
erhaupt an den Wirkort ?

Keine rationale Grundlage, keine wissenschaftliche Evidenz

Nicht nur funktionell, auch rechtlich sind Coenzyme nicht als NEM anzusehen !

weitere Info:
NADH-Supplementation
Supplementation: Kritische Stellungnahme


Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte - Coenzyme
Alpha-Liponsäure
Thioctsäure
Coenzym der oxidativen Decarboxylierung
Beworben als “Aufbaubooster“:
Förderung der Nährstoffaufnahme in die Zellen
Muskulatur Hypertrophie
Keine rationale Grundlage
Keine wissenschaftliche Evidenz in diesem Zusammenhang

Medizinische Anwendung bei diabetischer Polyneuropathie
(mit fraglichem Benefit)



Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte,
die für das “Muskelwachstum“ beworben werden
Orotsäure Metabolit im Stoffwechsel der
im Stoffwechsel der Pyrimidinbasen
Bewerbung ( “wie wissenschaftliche Studien zeigen…“)

mit folgenden Behauptungen:
“…steigert die Proteinsynthese und beschleunigt damit den Muskelaufbau“
“…maximiert den Pump“
“…fördert die ATP- und Kreatinproduktion
Kreatinproduktion und optimiert dadurch Kraft und Leistung“
und optimiert dadurch Kraft und Leistung“
“…steigert die Glykogenspeicherung“
“…erhöht die Sauerstoffaufnahme und optimiert die Verwertung von Sauerstoff für mehr
Sauerstoff für mehr
Energie und Ausdauer“
“…Fähigkeit, andere Wirkstoffe bis ins Innerste der Zellen zu transportieren, dort zu
ansportieren, dort zu
speichern und zu aktivieren“
“…reduziert Stresshormone“
“…fördert die Konzentration“
“…für hart trainierende Athleten von entscheidender Bedeutung“
“…interessantester Wirkstoff für die Entwicklung der nächsten Generation an
neration an
Sportnahrung“
Keine wissenschaftliche Evidenz in diesen Zusammenhängen

Weitere körpereigene Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte,
die für das “Muskelwachstum“ beworben werden
Stickoxid (NO)
Stickstoffmonoxid
Physiologie: Bildung und Freisetzung im Endothel
Endothel von Arterien
von Arterien Gefäßdilatation
Beworben als “
Molekül mit unzähligen Wirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit“
Behauptungen einschlägiger Informationsquellen:
“…aktiviert das Muskelwachstum“
“…maximiert den Pump“
“…steigert Energie, Kraft und Leistung“
“…beschleunigt die Regeneration“
“…normalisiert den Blutdruck“
“…schützt Herz und Kreislauf“
“…entspannt die Blutgefäße“
“…optimiert die Insulinsensibilität“
[Anmerkung: Der korrekte Begriff wäre “Insulinsensitivität“]
“…fördert und verstärkt die Erektion“
1. medizinische Halbwahrheiten
2. keine wissenschaftliche Evidenz bzgl. eines ergogenen Effekts



Ernährungsbezogene Substanz
Hydroxycitrat (HCA)
Organische Säure in den Früchten von
Garcinia
(Gruppe tropischer Pflanzen aus der Familie der Guttiferae)
Garcinia-Extrakte in NEM eingesetzt (selektive Anreicherung von Komponenten der Ausgangsfrucht –eigentlich nicht zugelassene Zusatzstoffe !)
Bewerbung als “Schlankheitsmittel“:
Das optische Isomer (-)Hydroxycitrat ist ein Hemmstoff des Enzyms ATP-Citrat-Lyase:
Dieses spaltet Citrat im Zytosol zu Oxalacetat und Acetyl-CoA ( Lipogenese) und nimmt damit eine Schlüsselstellung
in der Bildung von Fettsäuren und Triglyzeriden aus Kohlenhydraten ein.
Weitere diskutierte Effekte: - Carnitin-Palmitoyltransferase

-Aktivität ? ( Betaoxidation ?)
- Insulinsekretion ?
- Appetit ?
Datenlage und Beurteilung:
5 Interventionsstudien, 4 belegen einen Effekt von HCA auf die Gewichtsabnahme, aber erhebliche Mängel (methodische Fehler, zu geringe Fallzahl, bei 2 Studien nur Abstract publiziert)
Die einzige methodisch “saubere“, gut kontrollierte, randomisierte, placebokontrollierte
Doppelblindstudie konnte keine Wirkung hinsichtlich einer Gewichtsabnahme nachweisen (HEYMSFIELD 1998)
Kohlenhydrate tragen beim Menschen nur geringfügig zur Fettbildung bei (de novo-Synthese von Fett-säuren aus Glukose ist gering ausgeprägt und zudem mit einem erheblichen Energieverlust verbunden)
Keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für HCA als
“fatburner“


Ernährungsbezogene Substanz - Alkaloide
Alkaloide
Koffein
1,3,7-Trimethylxanthin
Trimethylxanthin
Eines der ältesten Genussmittel (in Kaffeebohnen, in den Beeren, Samen und Blättern des Teestrauchs,
Samen und Blättern des Teestrauchs,
der Matepflanze und des Kakao
der Matepflanze und des Kakao- und Kolabaumes, sowie im
und Kolabaumes, sowie im Guarana (aus
Paullinia cupana
gewonnen)
gewonnen)
Auch als Kautablette angeboten
Auch als Kautablette angeboten
Großhirnrinde:
Großhirnrinde: Adenosin-Rezeptor
Rezeptor-Antagonist
Aufmerksamkeit , Ermüdung
Zentral stimulierende Wirkungen (je nach Gewöhnung), körperliche
Zentral stimulierende Wirkungen (je nach Gewöhnung), körperliche Leistungsbereitschaft

Nebenwirkungen bei Koffein-Empfindlichkeit: Innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Tachykardie…
Erhöhung des Adrenalinspiegels, Steigerung der Lipolyse
Steigerung der Thermogenese
Ergogenes Potential im Ausdauerbereich (individuell)
Potential im Ausdauerbereich (individuell)
Neuere Studien zeigen jedoch keinen Einspareffekt von
Neuere Studien zeigen jedoch keinen Einspareffekt von Muskelglykogen
Muskelglykogen !
Keine Wirkung als “fatburner“ zur Gewichtsreduktion:
Nur eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie
(ASTRUP 1992)
Kombinationsstudien mit Ephedrin
Ephedrin erlauben keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit von
Koffein allein

Aminosäuren
BCAA
branched
chain
amino
acids
= verzweigtkettigte
verzweigtkettigte Aminosäuren
Valin, Leucin, Isoleucin
Hypothese 1
: Antikataboler Effekt
Effekt
Werbung:
Ideale Nahrungsergänzung zum Muskelaufbau

(meist zusammen mit Glutamin beworben)
Evidenz:
Eine BCAA-Supplementation
Supplementation hat keine nachgewiesene ergogene Wirkung
gesteigerte BCAA
BCAA-Oxidation
Oxidation
kein Proteinaufbau
möglicherweise sogar ergolytischer
Effekt durch Behinderung der aeroben Energiebereitstellung mittels Oxidation
von Fettsäuren und Glukose (WAGENMAKERS 1999)
Kein Vorteil gegenüber einer Proteinsupplementation (die aber grundsätzlich nicht
(die aber grundsätzlich nicht
notwendig ist, siehe oben) bzw. einer adäquaten Nahrungsproteinzufuhr
adäquaten Nahrungsproteinzufuhr !
Hypothese 2

: Hinauszögern bzw. Verminderung der “zentralen Ermüdung“
Aufnahme von BCAA zwecks Energiegewinnung bei intensivem Ausdauertraining
BCAA-Konzentration im Blut
Verhältnis Tryptophan zu BCAA Tryptophan-Transport ins ZNS
Serotonin zentrale Ermüdung


Metabolische Ursachen muskulärer Ermüdung
• Depletion von Kreatinphosphat
• Intrazelluläre Akkumulation von Protonen (H+) bei anaerober Glykolyse pH Enzymhemmung
• Depletion von Muskelglykogen “Mann mit dem Hammer“ weiters vermehrte Oxidation von BCAA
• Depletion von Leberglykogen Hypoglykämie = “Hungerast“ weiters freie Fettsäuren im Plasma Tryptophan
• Aminosäurenimbalanz BCAA Tryptophan
Aufnahme von Tryptophan ins Gehirn
Serotonin
“zentrale Müdigkeit“
(Hypothese)
weitere Info: Das Übertrainingssyndrom

Hypothesen zur Ursache und Entstehung des Übertrainingssyndroms
1. Hypothese der psychischen Genese
(HERXHEIMER 1930; ARMSTRONG, VAN HEEST 2002)
2. Hypothese der zentralen Schutzhemmung
(MATEEFF 1957)
3. Hypothese der Dysbalanz des autonomen Nervensystems
des autonomen Nervensystems
(ISRAEL 1958; KERESZTY 1971;
LEHMANN, DICKHUTH et al 1991, 1998)
4. Hypothese der neuroendokrinen Dysbalanz
(BARRON, NOAKES et al 1985)
5. Hypothese der Trainingsmonotonie
(FOSTER, LEHMANN 1997, 1998)
6. Hypothese des Mangels an verzweigtkettigen
verzweigtkettigen Aminosäuren
(WAGENMAKERS 1989, 1992)
7. Hypothese der Aminosäuren
Aminosäuren-Imbalanz
Imbalanz: Serotonin
Serotonin-Hypothese
Hypothese
(NEWSHOLME, PARRY-BILLINGS, BILLINGS,
BLOMSTRAND et al 1990, 1991, BLOMSTRAND et al 1990, 1991, 1992)
8. Hypothese des Glykogenmangels
(SNYDER 1995, 1997, 1998)
9. Hypothese der Zytokineffekte
(SMITH 2000, 2004)

10. Hypothese des veränderten Energiestoffwechsels
(PETIBOIS et al 2003)
11. Hypothese der Gehirnplastizität
(HOLLMANN et al 2003)


Hypothesen zum Mangel an BCAA
zu 6: (Mangel an BCAA)
BCAA sind N-Donatoren zur Bildung von Glutamin:
2-Oxoglutarat + N Glutamat
Glutamat + NH
3
+ ATP Glutamin + ADP
Chronisch verminderte Glutaminsynthese Immunschwäche,
Muskelproteinkatabolismus, Darmschleimhautatrophie
zu 7: (Serotoniin-Hypothese, Zentrale Ermüdungs-Hypothese)
BCAA und Tryptophan konkurrieren um den Eintritt ins Gehirn
Verhältnis Tryptophan zu BCAA
Tryptophanaufnahme ins Gehirn
Serotoninbildung
zentrale Müdigkeit (?)
Evidenz: BCAA-Supplementation auch diesbezüglich ohne Benefit




Weitere Aminosäuren
Glutamin, Arginin, Ornithin, Taurin
Bewerbung von Glutamin:
“…wichtigste Aminosäure für Kraft, Leistung und Muskelaufbau“
“…wichtigste Aminosäure für Kraft, Leistung und Muskelaufbau“
“…steigert Wachstumshormon um 400% und Testosteron um 200% nach
“…steigert Wachstumshormon um 400% und Testosteron um 200% nach dem Training“
dem Training“
“…beschleunigt den Muskelaufbau“
“…beschleunigt den Muskelaufbau“
“…fördert die Regeneration“
“…fördert die Regeneration“
“…Leistungssteigerung sowohl beim Kraft
“…Leistungssteigerung sowohl beim Kraft- als auch beim Ausdauersportler“
als auch beim Ausdauersportler“
Bewerbung von Arginin und Ornithin:
“Stimulation der Ausschüttung von HGH“
“Stimulation der Ausschüttung von HGH“
aber: die orale Zufuhr von Aminosäuren bewirkt keine
die orale Zufuhr von Aminosäuren bewirkt keine HGH-Sekretion !
(nur durch intravenöse Gabe möglich)
Bewerbung von Taurin:
“Aufbaubooster“:
Transport von Aufbaustoffen in die Muskelzellen , Durchblutung
, Durchblutung ,
Muskelzellvolumen
Keinerlei seriös-wissenschaftliche Belege
Wissenschaftliche Diskussion: Die Bedeutung von Glutamin für das Immunsystem
: Die Bedeutung von Glutamin für das Immunsystem

Potentielle Risiken einer Supplementation mit
Aminosäuren
AS-Imbalanz: geändertes Verhältnis der AS untereinander
geändertes Verhältnis der AS untereinander
Durch übertriebene Zufuhr bestimmter Aminosäuren kann eine AS-Dysbalanz induziert werden, die für den muskulären
muskulären Hypertrophieprozess kontraproduktiv sein kann
Hypertrophieprozess kontraproduktiv sein kann
ergolytischer Effekt
Effekt
AS-Antagonismus: Wechselwirkung strukturähnlicher AS
Betrifft v.a. die BCAA
Mögliche Wachstumsminderung durch Überschuss einer AS
ergolytischer Effekt
(zusätzlich zum potentiell ergolytischen Effekt durch
Effekt durch Behinderung der aeroben Behinderung der aeroben Energiebereitstellung, s.o.)
AS-Toxizität: Negative Auswirkungen der Überdosierung einzelner AS
Die “toxische“ Dosis hängt von der einzelnen AS ab, die höchste Toxizität haben
Methionin und Tyrosin
Tyrosin.

Fette
CLA
Konjugierte Linolsäure
Sammelbegriff für eine Gruppe von 8 geometrischen Isomeren der Linolsäure
(Linolsäure: essenzielle, zweifach ungesättigte Fettsäure)
Vorkommen in Milch und Milchprodukten sowie Rindfleisch
CLA wird in Form von Kapseln angeboten
Bekannte Wirkungen: Steigerung der Fettoxidation in der Leber und Beeinflussung
: Steigerung der Fettoxidation in der Leber und Beeinflussung
einiger Schlüsselreaktionen des Lipidstoffwechsels
- Leber: Fettsäureoxidation (infolge PPAR-Gamma-Stimulation
Stimulation) und Insulinsensitivität
- Fettgewebe: Lipoproteinlipase-Aktivität
Aktivität , Adipozyten-Differenzierung
-Fettgewebe, Leber und Muskulatur: Carnitin-Palmitoyl
Palmitoyl-transferase
transferase-Aktivität
Aktivität
- Aktivierung der hormonsensitiven Lipase
Lipase
Bewerbung: Zunahme der LBM (
: Zunahme der LBM (lean body mass)
bei gleichzeitiger Abnahme des Körperfetts (Domäne des Bodybuilding)
Aber: Im Gegensatz zum Tiermodell (Küken und Mäuse) bewirkt CLA beim M
Im Gegensatz zum Tiermodell (Küken und Mäuse) bewirkt CLA beim Menschen
keine Steigerung der Lipolyserate
Widersprüchliche Studienergebnisse bezüglich des Effekts auf die Körperzusammen
Körperzusammensetzung, die negativen Resultate überwiegen



Fette
MCT
Mittelkettige Triglyzeride (medium chain triglycerides)
(Fettsäuren mit 6, 8, 10 oder 12 C-Atomen)
Atomen)
“Das Fett, das nicht dick macht“
Meist in flüssiger Form angeboten
Ca. 10% geringerer Energiegehalt (ca. 8 kcal/g), raschere Resorption und Verstoff-
wechslung als die üblichen Nahrungsfette (LCT)
als die üblichen Nahrungsfette (LCT)
Wirkung auf die sportliche Leistung: kein ergogener Effekt nachgewiesen
Effekt nachgewiesen
Beschleunigung der Magenentleerung kohlenhydrathaltiger Getränke, allerdings bei
Aufnahme von 15 – 30 g MCT Nebenwirkungen wie Darmkrämpfe, Flatulenz, Durchfall, 30 g MCT Nebenwirkungen wie Darmkrämpfe, Flatulenz, Durchfall,
Übelkeit, Schwindel Max. Anteil an der Energiebereitstellung: unter 8% (bei entleerten Glykogenspeichern)
Nicht bestätigte Hypothese im Ausdauersport:
MCT-Supplementierung
FFS im Plasma Glykogeneinsparung
Bodybuilding: Körperfettreduktion durch MCT erwünscht…
Es gibt keine Studien, die diese Wirkung eindeutig bestätigen


Ernährungsbezogene “Leistungsförderer“
Elektrolyte
Na, Mg, Ca, K, Ph
siehe Mikronährstoffpräparate und Sportgetränke
Ergänzung:
“ZMA“
(Zink-Magnesium-Aspartat)
“…steigert freies Testosteron und Muskelkraft“, “…fördert Aufbau von Muskelmasse“,
“…reduziert die Bildung einer Gynäkomastie“, “…echte Steroidalternative“ usw…
Keinerlei wissenschaftlicher Beleg
Ergänzung:
“Basenpulver“
Mythos einer nahrungsinduzierten “Übersäuerung“
Harn-pH gibt keine Auskunft über den Säure
gibt keine Auskunft über den Säure-Basen-Haushalt
Haushalt Auch die kurzfristige metabolische
metabolische Azidose durch anaerobe
Azidose durch anaerobe Glykolyse bewirkt keine nachhaltige
“Übersäuerung“
Bicarbonat-Supplementation in Sportarten, die zur
in Sportarten, die zur muskulären
muskulären Azidose führen (z.B. 400m
Azidose führen (z.B. 400m- u 800m-Lauf)
keine signifikante Leistungssteigerung
Nebenwirkungen: Magen-Darm-Probleme
weitere Info: Die muskuläre Energiebereitstellung im Sport
Energiebereitstellung im Sport

Thema Übersäuerung


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Ernährungsbezogene “Leistungsförderer“
Ernährungsbezogene “Leistungsförderer“
Spurenelemente
Fe, Zn, Se, Cu, Cr
siehe Mikronährstoffpräparate
siehe Mikronährstoffpräparate
Selen